Geschlechter und vergiftete Athmosphäre
Mehr zur LDK auf der
Sonderseite des Landesverbands NRW zur Landesdelegiertenkonferenz im Juni in Bochum
mit allen Informationen auch zu den Anträgen
Folgende Glosse nimmt Bezug auf einen Antrag der LAG Frauen der NRW-Grünen Geschlechtsspezifische Unterschiede in der grünen Klimaschutzpolitik berücksichtigen.
Gast-Glosse zur LDK
Es heißt der Klimawandel, und nicht
die Klimawandelin. Hier steckt eventuell
die Lösung für die Problematik von
Temperaturanstieg, Dürren, Wirbelstürmen:
Klimawandel ist männlich. Wie
die grüne Landesarbeitsgemeinschaft
Frauen feststellte, fl iegen Männer häu-
fi ger, essen mehr Fleisch und sind in
den Top-Positionen der emittierenden
Industrie unter sich. Frauen hingegen
sind umweltbewusster. Nur können sie
ihre Vorstellungen einer besseren Welt
aufgrund der männlichen Dominanz
nicht verwirklichen. Und wie soll eine
Frau die technikdominierte Debatte
rund um so männliche Themen wie
Gebäudesanierung und Autoverkehr
überhaupt verstehen?!
Die Klimadebatte geht an den Bedürfnissen
der Frauen vorbei. Sogar der
Emissionshandel ist nicht geschlechtsneutral,
was beim Anblick eines
Schornsteins klar wird. Er steht als
Symbol kraftstrotzender umweltzerstörender
Manneskraft dem weiblichen
ökologisch sensiblen Zeitgeist entgegen.
Die grünen Frauen zogen die Konsequenzen
und beantragten, dass grüne
Klimapolitik geschlechtsspezifi sche
Unterschiede berücksichtigen müsse.
Frauen und Männer sollten im Hinblick
auf „ihre sozialen und kulturellen
Hintergründe“ verschieden behandelt
werden. Würden die unterschiedlichen
Rollen von Mann und Frau nicht berücksichtigt,
käme es zu einer Verstärkung
des Klimawandels.
Auf dem grünen Landesparteitag in
Bochum kam es zum Eklat: Die Grünen
haben sich von ihren Werten verabschiedet.
Anstatt die weiblichen Forderungen
zu unterstützen, wurden sie
wider alle Erwartungen mehrheitlich
abgelehnt. Und sofort muss man sich
fragen: Ignorieren die Grünen nach
den Linken und den Pazifi sten nun
auch noch die Frauen? Immer mit der
Ruhe: Das tun sie nicht. Aber vielleicht
sind die Grünen mittlerweile der Meinung,
dass man nicht alles gendern
muss. Kohlendioxid, übermäßiger
Fleischkonsum und Vielfl iegerei sollen
ohne Geschlechterperspektive politisch
bekämpft werden. Sollte sich dies als
falsch herausstellen, könnten die Antragstellerinnen
immerhin sagen: Wir
Frauen haben es natürlich besser gewusst!
Martin Metz, KV Rhein-Sieg







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