Die Schöpfung steht auf dem Spiel.
Ein Kommentar der Grünen Jugend
Keine Börsenbilanzen ... Da hilft keinHocken über Statistiken und Sachzwängen,da muss der Hintern hoch undnicht wieder einschlafen.“ Wenn dieErfurter Pfarrerin Mechthild Werner imSchlussgottesdienst des EvangelischenKirchentages in Köln solche eindeutigenWorte predigt und dabei von den prallgefüllten Poller Wiesen sowie einembreiten Fernsehpublikum erhört undbeklatscht wird, dann wissen wir: DerKlimaschutz als zentrales politischesProjekt unseres Jahrhunderts ist in denKöpfen der Menschen angekommenund keine grüne Spinnerei mehr, wieeinige vor zehn Jahren behaupteten.War es Zufall oder eine gelungene Inszenierung,dass just in diesem Momentdie Gläubigen von einer lautenDampfl okomotive aufgeschreckt wurden,welche die Südbrücke überquerteund dabei schwarzen Qualm in die Luftblies? Wie auch immer; allen wurde vorAugen geführt, dass wir einiges zu tunhaben, bis wir die Klimakatastrophe abgewendethaben.Es reicht nicht in den nächsten 50 Jahrendie Einsparung läppischer 50 Prozentder CO2-Emissionen „in Betrachtzu ziehen“, wie man es auf dem klimapolitischgescheiterten G8-Gipfel beschloss.Es muss schon ein wenig mehrkommen und zwar Beschlüsse mit Verbindlichkeit!Die Damen und HerrenStaats- und Regierungschefs der achtgrößten Industrienationen sind unfähig,zukunftsweisende Entscheidungenzu treffen. Gerade deshalb ist undbleibt der Klimaschutz das Kernanliegender GRÜNEN und der GRÜNENJUGEND.Trotz der Wichtigkeit internationalerKlimapolitik, sind die Kommunen amehesten in der Lage, durch politischenWillen und durch Taten merkbare Veränderungenvoran zu treiben. LiebeFreundinnen und Freunde, lasst Euchauf eine „Kölsche Vision“ ein, und überlegt,wie unser Köln in 20 Jahren aussehensoll. Lasst uns heute damit anfangen,unser Köln als ökologische Stadt zuplanen, in der durch Klimaschutz mehrLebensqualität entsteht. Wir haben mitdem Klima-Leitantrag, der auf der letztenMitgliederversammlung beschlossenwurde, bereits einen Aufschlag gemacht.Nun heißt es: Ranhalten!Ein großes Problem von Köln ist derStraßenverkehr. Wie wollen wir uns inunserer Stadt fortbewegen? Man mussnicht mit dem Auto über die Ringe heizen.Es ist an der Zeit, Köln von derPest des motorisierten Individualverkehrszu befreien. Stattdessen brauchenwir mutige Investitionen in den ÖPNV,in den fl ächendeckenden Ausbau vonFahrradwegenetzen und in die Begrünungder Flächen, auf denen sich heutenoch mehrspurig die Blechlawinentummeln. Wir müssen den Leuten klarmachen, wie schön es sein könnte, aufzwanzig Meter breiten Straßen zu fl anierenund sich vielleicht in der Mitteder ehemaligen Nord-Süd-Fahrt zueinem kalten Getränk nieder zu lassen.Klimaschutz ist Überzeugungsarbeitund muss durch effektive politischeEntscheidungen vorangetrieben werden.Auch wir GRÜNE sind teilweise angehalten,unseren Lebensstil zu überdenken.So müssen wir uns auf der Auto-Veranstaltung des Kreisverbandesanhören, wie sich zwei Auto-Fabrikantenim Wettstreit miteinander an dieSpitze der Umweltbewegung setzenund der Vorsitzende der GRÜNEN UnternehmerRüdiger Warnicke verkündet,dass er sich jetzt einen 1er BMWanschaffen musste, weil er mit einemkleineren Auto bei den Banken keineKredite bekommt. Das tat weh; vorallem, weil 45 Minuten warten mussten,bis endlich mal in einem Nebensatzdie traurige Wahrheit verkündetwurde, dass sich auch unser Nutzungsverhaltenändern muss. Diese Debatte,die eigentlich gar nicht geführt werdensollte, da es ja darum ging, die Anstrengungender Autoindustrie für klimafreundlicheFahrzeuge zu beleuchten,wurde trotzdem geführt, Gott sei Dank!Denn wir haben keine Zeit mehr, umden heißen Brei herum zu reden. DasAuto komplett verdammen, das möchtekeiner (abgesehen vom Bundesverbandder GRÜNEN JUGEND, der dieslangfristig fordert...). Auf dem Landwird es weiterhin gebraucht, oftmalsist es einfach unverzichtbar. Niemandsoll wegen sogenanntem „radikalenKlimaschutz“ auf der Strecke bleiben,wenn er sich das Auto nicht mehr leistenkann und der ÖPNV zu teuer ist.Klimaschutz ist immer auch eine sozialeFrage, an die wir uns regelmäßigerinnern sollten - gerade wir GRÜNENals neue Besserverdienenden-Partei.Wir GRÜNEN in der Partei, die Mandatsträgerund die GRÜNE JUGENDmüssen jetzt wie nie zuvor für unsereZiele unmissverständlich einstehenund hart arbeiten. Die ökologischeWende muss jetzt kommen, und nichterst in 50 Jahren, wenn sich die G8 nichtmehr an der Ostsee, sondern im Sauerstoffzelttreffen.Zurück zum Kirchentag: Die Besucherinnenund Besucher des Kirchentageshaben sich fast ausschließlich mit derKVB und zu Fuß bewegt. Die Taxis,die mit Rekordeinnahmen gerechnethaben, wurden einfach stehengelassen.Sehr gut!Es wünscht einen schönen, nicht zu heißenSommerEuer Eike Block für die GRÜNE JUGENDKölnAnmerkungen gerne an info@gruene-jugend-koeln.deVon der Schöpfung, den G8 und dem Klima







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