Bildung einer „Kommission Nachhaltiger Konsum“

28. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
14.-16. November 2008, Erfurt, Messe Erfurt


V-28 VerschiedenesAntragsteller/innen:    Sabine Niels u.a.

Die BDK möge beschließen:

Die Bildung einer "Kommission Nachhaltiger Konsum" von B90/GRÜNE.

Die "Kommission Nachhaltiger Konsum" soll im vierteljährlichen Turnus einen konkreten Maßnahmenkatalog erstellen, in dem zu jedem Produkt und zu jeder Dienstleistung passende nachhaltige Anbieter vorgestellt bzw. empfohlen werden. Dieser Katalog wird allen Kreisverbänden zugänglich gemacht. Gleichzeitig ist die Kommission auch Ansprechpartner für Rat suchende Mitglieder und greift auf Anregungen und Empfehlungen von Mitgliedern zurück.

Damit und durch intensive Vernetzung mit BAGen wird gewährleistet, dass die Kommission immer auf dem neuesten Stand ist. Technische Weiterentwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Umweltverträglichkeit von Produkten fließen so in die Arbeit der Kommission ein.

Bei der Arbeit der Kommission sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

I Ökologie/Umweltschutz

z.B. gentechnikfrei, förderlich für die Biodiversität, regional, aus kontrolliert biologischem Anbau, recycelbar oder recycelt, energiesparend, biologisch abbaubar, nachhaltig produziert und transportiert, etc.

II Soziale Gerechtigkeit/Arbeitsschutz

z.B. angemessene Löhne, legal angemeldet, Krankenversicherung, Mindestlohn, Fair Trade, etc.

I + II = III

III Nachhaltigkeit

Nur Produkte und Dienstleistungen die die in I + II genannten Eigenschaften besitzen, sind als nachhaltig zu bezeichnen und somit kompatibel mit unseren grünen Zielen.

Wir sind uns dessen bewusst, dass einige unserer Forderungen erst mittelfristig umsetzbar sind.

Konkret beantragen wir die Bildung der "Kommission Nachhaltiger Konsum", damit sich eine Gruppe von Parteimitgliedern kontinuierlich mit der Thematik auseinandersetzt.

Konkret fordern wir nachhaltigen Konsum in folgenden Bereichen:

Bewirtung: z.B. Catering, Restaurantbesuche (Getränke und Speisen aus k.b.A., Fair Trade, etc.)

Hygieneartikel: z.B. Seife, Toilettenpapier, Küchenkrepp, Servietten (aus 100% Recycling-Papier, biologisch abbaubar, etc.)

Putzmittel: z.B. Spülmittel, WC-Reiniger, Reinigungsmittel und ähnliches (zu 100% biologisch abbaubar, möglichst ECO-CERT)

Wahlkampfutensilien: z.B. Stände, Sonnenschirme, Give-aways

Büromaterial: z.B. Papier, Tinten-Toner, Bleistifte, Ablagesysteme: (Recycling-Papier, schadstofffrei, wiederbefüllbar, recycelbar, FSC-zertifiziert)

Druck: z.B. Visitenkarten, Flyer, Plakate (Öko-Druckereien, die auch mit mineralölfreien Farben drucken)

Präsente: z.B. Blumen, Wein u.a.

Büroausstattung: z.B. Wandfarbe, Holzmöbel, Bürostühle (ökologisch, FSC-zertifiziert)

Gebäude: z.B. Dämmung, Heizung, gesundes Raumklima

Geldverkehr: z.B. Girokonten für Bezüge, Tagesgeldkonten und Fonds (soziale Banken, ethische Geldinstitute, ökorrekte Geldanlagen)

Strom: z.B. Strom in Geschäftsstellen, bei Events und Stromversorgung der Server zum Webhosting (ÖKo-Strom, atomstromfreie Server)

Technik: z.B. Drucker, TV-Geräte, PCs, Laptops, Kopierer, Telefone, Leuchtmittel (energiesparend nach Energy-Star-Label, nachhaltig lt. Elektronik-Ranking,    strahlungsarm)

Eine mögliche Vereinfachung zur Umsetzung sind gemeinsame Kundenkonten bei Großanbietern.

Mit diesen Firmen können auch Rahmenverträge ausgehandelt werden. Durch den Großkundenstatus dürfen wir mit entsprechenden Rabatten rechnen.

Beispielsweise sind die Einkaufspreise im Großhandel der Naturkostbranche für uns oder die von uns beauftragten Catering-Unternehmen ebenso niedrig wie für Bio-Läden.

Als eine zentrale Aufgabe der Kommission sehen wir es an, sich mit Instituten, Verbänden und NGOs/NPOs zu vernetzen, die sich ebenfalls mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Nur durch regen Austausch mit Organisationen wie dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, foodwatch, Greenpeace, Einkaufsnetz, etc. ist es möglich immer die neuesten Informationen für alle Mitglieder von B90/GRÜNE zu veröffentlichen.

Wir schlagen vor, dass folgende Personen der Kommission angehören:

    * der Bundesschatzmeister von B90/GRÜNE
    * ein Mitglied aus dem Bundesvorstand von B90/GRÜNE
    * mind. drei Personen, die von thematisch verknüpften BAGen (z.B. BAG Energie, Verbraucherschutz,
    * BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklungetc.) benannt werden
    * wir, die Initiatorinnen dieses Antrags: Sabine Niels & Sabine Lydia Müller

Begründung:

Mit Selbstverständnis müssen wir als Partei in Zukunft so konsumieren, wie wir es von den Verbraucherinnen und Verbrauchern erwarten. Der politische Meinungsbildungsprozess setzt maßgeblich bei der Beobachtung unserer Aktivitäten an: Was bekomme ich auf grünen Veranstaltungen zu trinken und zu essen? Wie verhalten sich die Repräsentanten und Repräsentantinnen von Bündnis 90/ Die GRÜNEN?

Wir sollten uns konsequent vorbildlich verhalten. Vorbildlich bedeutet für uns, dass wir nur Produkte konsumieren und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die den höchsten Standards in den oben genannten Punkten genügen.

Antragstellerinnen: Sabine Niels (KV Oder-Spree), Sabine Lydia Müller (KV Köln), Jeroen Kuiper (KV Oder-Spree), Kirsten Reinhardt (KV Köln), Dietrich Appel (KV Oder-Spree), Marc Müller (KV Köln),  Regina Fitzgerald (KV Oder-Spree), Stefan Fischer (KV Köln), Christa Döring (KV Oder-Spree), Hermann Diestelkamp (KV Oder-Spree), Kristian Stanar (KV Göttingen), Andreas Hupke (KV Köln), Mareike Lieber (KV Köln), Arfst Wagner (KV Dithmarschen), Karsten Kretschmer (KV Köln), Kerstin Ciba (KV Köln), Samuel Raz (KV Dachau), Christoph Schenk (KV Köln), Michael Jungclaus (KV Märkisch Oderland), Gero Rueter (KV Köln) u.a.