Kommunalwahlprogramm der Kölner Grünen, 2009-2014: Verlher
Das Kommunalwahlprogramm der Kölner Grünen, 2009-2014 wurde auf der Mitgliederversammlung am 8. Dezember 2008 beschlossen.
Verkehrspolitik
Saubere Luft, urbane Mobilität und hohe Aufenthaltsqualität ist das, was wir durch Grüne Verkehrspolitik in der Stadt erreichen wollen. Dabei spielt das Stichwort „Entschleunigung“ eine große Rolle: Nicht die rastlose Hetze von A nach B, sondern die bequeme Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel in einem integrierten System prägt die städtische Mobilität der Zukunft. Diese wollen wir gestalten.
Wegen des mittelalterlichen Stadtgrundrisses von Köln sind die Verkehrsflächen besonders knapp. Bisher wurden sie in der Regel zu Gunsten des Autoverkehrs verteilt. Die Folge sind viel zu schmale Bürgersteige und Radwege und nur wenige Plätze oder Boulevards mit guter Aufenthaltsqualität.
Zu Fuß
Alle VerkehrsteilnehmerInnen in der Stadt bewegen sich auch zu Fuß, egal mit welchem Verkehrsmittel sie sonst unterwegs sind. Deshalb fängt Verkehrspolitik für uns beim Fußverkehr an.
Vorhaben für die nächsten fünf Jahre Grüner Zu-Fuß-Politik
· Breite Gehwege
· Abbau von Barrieren durch Reduzierung von Z-Überwegen und Drängelgittern, keine Umwegbrücken an Haltestellen (Zoo/Flora, Deutz)
· Mischverkehrsflächen, (niederländisches Modell der Shared-Spaces), mit gegenseitiger Rücksichtnahme aller VerkehrsteilnehmerInnen
· Breitere Aufstellflächen an Kreuzungen
· Keine Anforderungsampeln und kurze Rotzeiten für Fuß- und Radverkehr
· Ersetzen von unnötigen Ampeln, zum Beispiel durch Zebrastreifen
Fahrrad
Köln ist wegen seiner Topographie eine ideale Radfahrstadt. Um eine Änderung des Mobilitätsverhaltens in Köln zu bewirken, ist eine Stärkung des Fahrradverkehrs dringend notwendig. Die Interessen der FahrradfahrerInnen sind in der Vergangenheit stets den Bedürfnissen des Autoverkehrs untergeordnet worden. Polizei muss ihren Kontroll-Schwerpunkt nicht auf den Fahrradverkehr legen, sondern auf den Autoverkehr. GRÜNE setzen auf ein attraktiveres Fahrradnetz.
Vorhaben für die nächsten fünf Jahre Grüner Fahrrad-Politik
· bessere Kennzeichnung von Radwegen und - streifen
· fahrradfreundlichere Ampelschaltungen
· Weiterer Ausbau des Radwegenetzes auch an Hauptverkehrsstraßen
· Schaffung von Radstationen an den Bahnhöfen Köln-Süd, -West, -Ehrenfeld, -Deutz, -Mülheim
· Sichere Fahrradparkplätze in Einkaufsstraßen und Wohngebieten; an Haltestellen in Außenbezirken Errichtung von abschließbaren Fahrradboxen
· Unterbindung des Parkens von KFZ auf Radwegen und Radstreifen durch verschärfte Kontrollen
· Ausweitung des 1000-Fahrradständerprogramms
ÖPNV
Umweltfreundliche Mobilität braucht einen leistungsstarken Öffentlichen Nahverkehr. Zu den morgendlichen Stoßzeiten sind die Kapazitätsgrenzen der Stadtbahn in Köln bereits erreicht, mehr Fahrgäste sind mit den vorhandenen Mitteln kaum zu bewältigen.
Vorhaben für die nächsten fünf Jahre Grüner ÖPNV-Politik
· Planungen zu einem S-Bahn-Westring auf den Weg bringen
· Bau und Planung weiterer Stadtbahnstrecken (Bonner Str., Verlängerung Linie 13, Anbindung von Langel, Widdersdorf, Zündorf, Esch und Pesch)
· Verbesserung des ÖPNV in den Außenbezirken durch bessere Anschlussmöglichkeiten
· Schaffung von Bus- und Expressbuslinien auf eigenen Busspuren (z.B. Unibus auf der Inneren Kanalstraße, Anbindung des Rheinauhafens, Citybus Nord-Süd-Fahrt)
· Ausbau des Nachtverkehrsangebotes in der ganzen Stadt
· Zur Reduzierung von Autoverkehr kann auch eine City-Maut in Betracht gezogen werden
· Stadtgestalterische Verbesserung von Schienentrassen (beispielsweise Rasengleise und Aufpflasterungen)
Autoverkehr
Wir wollen weg von der autogerechten Stadt. Bei Grüner Mobilität steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht im Weg.
Saubere Luft und weniger Lärm
Die Einrichtung einer Umweltzone ist nur ein erster Schritt zur Verringerung der Schadstoffbelastung in der Luft. Sollten die Messwerte für Feinstaub und Stickoxide bis 2010 nicht deutlich sinken, so werden wir uns für Maßnahmen einsetzen, die zu einer Verringerung des motorisierten Verkehrs führen. Auch bei Lärm ist der KFZ-Verkehr der Hauptverursacher.
Auch für eine gute Luftqualität und die Verringerung der Lärmbelastung ist entscheidend, dass der Auto- und Lastwagenverkehr deutlich abnehmen. Zur Luftverbesserung ist die Kölner Umweltzone nur ein erster Schritt, der bei weitem nicht ausreicht. Wir setzen uns für wirksame Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet ein, welche die durchschnittliche Schadstoffbelastung bis 2015 um 25 % reduzieren. Diese Maßnahmen müssen vor allem im Verkehrsbereich ansetzen, aber auch die Luftschadstoffe aus Industrie und Privathaushalten mit einbeziehen.
GRÜNE Vorhaben zu Luftreinhaltung und Lärmreduzierung
Ausweitung der Umweltzone
Nachtfluglärm: wir setzen uns auf allen politischen Ebenen für die Einführung einer Kernruhezeit ein
Ausweitung des passiven Lärmschutzes dort, wo andere Lärmminderungsmaßnahmen nicht ausreichen
Weitere Vorhaben für die nächsten fünf Jahre Grüner Verkehrspolitik
· Rückbau großer Durchfahrt- und Einfallstraßen mit dem Ziel, den Durchgangsverkehr zu reduzieren (z.B. Nord-Süd-Fahrt, Cäcilienstraße/Neumarkt/Hahnenstraße)
· Generelles Tempo 30, nur in Ausnahmefällen noch Tempo 50
· Verknappung von Parkraum in der Innenstadt und Erhöhung von Parkgebühren
· Beseitigung oberirdischer Parkplätze in den Einkaufszonen
· Umgestaltung der Ringe auf der ganzen Länge zugunsten eines Boulevards mit hoher Aufenthaltsqualität
· Umgestaltung von Kreuzungen zu Kreisverkehren, Abbau von Ampeln
· Aufgabe der Planungen zum Ausbau des Niehler Gürtels
· Überall, wo die zulässigen Messwerte überschritten werden, setzen wir uns für ein umfassendes LKW-Fahrverbot ein. Verkehrslenkende Maßnahmen müssen bereits auf dem Autobahnring einsetzen
· Wir GRÜNEN fordern weitere Messstationen auf stark befahrenen Ausfallstraßen
Erfolge Grüner Verkehrspolitik
· Die Verlängerung der Stadtbahnlinien 3 und 5 ist eingeleitet.
· Radwege werden überwiegend auf der Fahrbahn angelegt.
· Einspuriger Ring zwischen Rudolf- und Friesenplatz kommt.
· Autofreier Chlodwigplatz (nach Umbau)
· Buslinie auf Universitätsstraße ist beschlossen.
· Schnellbuslinie 122 zwischen Pesch und Chorweiler
· Bau von Kreisverkehren – Abbau von Ampeln
· Car-Sharing Plätze werden im öffentlichen Straßenraum bereitgestellt.
· Größte Autofreie Siedlung Deutschlands in Nippes wird bezogen.







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