Notfallpraxis
Presseinformation zum Erhalt der Notfallpraxis in der Florenzer Straße
ca.8.12.2009
In dem Interfraktionellen Gespräch der Bezirksvertretung Chorweiler am 1. Dezember 2009, zu dem die Bezirksbürgermeisterin Wittsack-Junge eingeladen hatte, diskutierten die Bezirksvertreter und Ratsmitglieder mit den Vertretern des Ärztlichen Notdienstes „Kölner Norden e.V.“ und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein sowie mit der Sozialdezernentin Frau Bredehorst über den Erhalt der Chorweiler Notfallpraxis in der Florenzer Straße.
Dr. Wattenberg vom Ärztlichen Notdienst hatte sich im September mit einem Brief an die Bezirksvertretung gewandt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Als Grund für die mögliche Schließung der Notfallpraxis zeigte er die unbefriedigende wirtschaftliche Situation sowie die sinkende Zahl der im Stadtbezirk 6 niedergelassenen Ärzte auf. Miet-, Personal- und Sachkosten sowie die Honorarreform für Ärzte führen zu Einnahmeverlusten von ca. 15% bei ohnehin schon ungünstiger Kostenentwicklung.
Die anwesenden Bezirksvertreter forderten kreative Überlegungen anzustellen, um die Notfallpraxis im Bezirk zu erhalten. Sie appellierten an die beteiligten Ärzte und Kassenvertreter sich um die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes im Stadtbezirk zu bemühen.
Vor diesem Hintergrund wurden unterschiedliche Lösungsansätze von einer kleinräumigeren Einteilung der Notfallbezirke über den Zusammenschluss benachbarter Notfalldienste bis hin zu Standortverlagerungen etwa in städtische Räume bzw. Kooperationen in Teilbereichen wie dem Fahrdienst diskutiert.
Als gemeinsamer Standort für die Notdienste in Nippes und Chorweiler käme aus Sicht der Chorweiler Bezirksvertretung das Hl.-Geist-Krankenhaus in Frage. Im Gegensatz zu einer Standortverlagerung der Notfallpraxis ins St.-Vinzenz-Hospital in Nippes spräche für das Hl.-Geist-Krankenhaus, dass es gut mit ÖPNV und PKW zu erreichen ist und dass dort bereits eine Konzentration von Fachärzten zu verzeichnen ist.
Eine Kooperation mit dem Ärztlichen Notdienst Nippes hätte über Kosteneinsparungen hinaus den Vorteil, dass das Angebot in der Notfallpraxis etwa durch Einsatz von mehr Personal verbessert werden könnte.
Ein wichtiges Ergebnis des Gesprächs für die Chorweiler Bürgerinnen und Bürger ist die Zusage, dass die Notfallpraxis in der Florenzer Straße aktuell erhalten bleiben soll. Entsprechende Einsatzpläne der Ärzte liegen bereits vor.
Zur kurzfristigen Entlastung wird zusätzlich eine kostengünstigere Miete angestrebt. Das zuständige Immobilienunternehmen hat über einen Vertreter gegenüber Dr. Wattenberg und der Bezirksbürgermeisterin Gesprächsbereitschaft hinsichtlich der Mietpreisgestaltung für die Praxisräume signalisiert. Nach Auffassung von Dr. Wilhelmi als Obmann der Notfallpraxis sind für die weiteren Planungen jedoch auch Veränderungen in der gesellschaftlichen und demographischen Entwicklung zu berücksichtigen
Die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes im Stadtbezirk Chorweiler wird nach Aussage von M. Bredehorst auch Thema der Kölner Gesundheitskonferenz im März 2010 sein.
Weiterführende Lösungen müssen jedoch primär von den betroffenen Ärzten, der Kassenärztlichen Vereinigung und den benachbarten Notdiensten konstruktiv erarbeitet werden. Neben den wirtschaftlichen Aspekten sollte auch die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Chorweiler im Fokus bleiben.
Die Bezirksbürgermeisterin und die Bezirksvertreter würdigten das Engagement des Ärztlichen Notdienstes zum Erhalt der Chorweiler Notfallpraxis und sicherten für dieses Ziel ihre weitere Unterstützung zu.
gez.
C. Wittsack-Junge, Bezirksbürgermeisterin
Dr. Wattenberg, Ärztlicher Notdienst „Kölner Norden e.V.“











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