SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Bündnis 90 / Die Grünen im Kölner Rat
14.12.2006
Herrn Oberbürgermeister
Fritz Schramma
Rathaus
Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates
hier: Wiedereinführung des Köln-Passes
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Antragsteller bitten Sie, folgenden Dringlichkeitsantrag in die Tagesordnung
der Ratssitzung am 14.12.2006 aufzunehmen:
Beschluss:
I.
1. Der Rat hat in seiner Sitzung am 28.09.2006 beschlossen, dass der
Mobilitätspass in den Köln-Pass aufgeht. Der bestehende Mobilitätspass als Teil
des Köln-Passes wird unverzüglich, das heißt noch in 2006, um den Kreis der
Anspruchsberechtigten gemäß dem Ratsbeschluss vom 28.09.2006 erweitert. Hierzu
beschließt der Rat eine überplanmäßigen Ausgabe auf Hst. 4900.780.0800.3,
Mobilitätspass in Höhe von 150.000 Euro Deckung erfolgt durch eine entsprechende
Wenigerausgaben bei Hst. 9110.807.0200.2, Zinsen Kreditmarkt, Hj. 2006. Die für
2007 erforderlichen Mittel sind im Hpl. 2007 zu veranschlagen. Die KVB AG ist
entsprechend zu beauftragen.
2. Der städtische Vertreter in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Köln
GmbH wird beauftragt, gegenüber der SWK-Geschäftsleitung darauf hinzuwirken, die
Umsetzung dieses Ratsantrages und -beschlusses zur Wiedereinführung des
KölnPasses anzuweisen.
3. Der städtische Gesellschaftsvertreter in den unter Ziffer 3 des
Ratsbeschlusses vom 28.09.2006 aufgeführten städtischen
Beteiligungsgesellschaften wird beauftragt, kurzfristig gegenüber den
Geschäftsführungen darauf hinzuwirken, dass die Anerkennung von Vergünstigungen
für Leistungen der Gesellschaften für Köln-Pass-Inhaber/innen ab 2007
sichergestellt wird. Die Verwaltung wird beauftragt, dies für die unter Ziffer 3
des o. a. Ratsbeschlusses aufgeführten städtischen Einrichtungen un-mittelbar
sicherzustellen und die dafür notwendigen Richtlinien bzw. Satzungsänderungen zu
veranlassen.
II. Tarife, die ausschließlich das Gebiet der Stadt Köln betreffen und die somit
den bestehenden VRS-Gemeinschaftstarif in den übrigen Kommunen in seiner
Struktur nicht in Frage stellen, soll zukünftig die Stadt Köln in Abstimmung mit
dem städtischen Verkehrsunternehmen Kölner Verkehrs-Betriebe AG selbst
entscheiden. Die Vertreter der Stadt Köln und die Vertreter des städtischen
Verkehrsunternehmens Kölner Verkehrs-Betriebe AG sollen in den Gremien des VRS
bzw. der VRS GmbH darauf hinwirken, dass die bestehenden vertraglichen
Vereinbarungen zeitnah entsprechend angepasst werden; dies ist gegebenenfalls
durch eine (Änderungs-) Kün-digung des Verbundvertrages zu untermauern.
III. Der Rat weist die von ihm in die Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS)
entsandten Vertreter nochmals ausdrücklich an, im Sinne der vom Rat der Stadt
Köln gefassten Beschlüsse zu votieren, z.B. durch Zustimmung zum Beschluss der
VRS-Unternehmensbeirates in der Fassung vom 31.10.2006.
IV. Die vom Kölner Rat entsandten Mitglieder, die der CDU-Ratsfraktion
angehören, haben in der VRS-Zweckverbandsversammlung am 24.11.2006 trotz anders
lautenden Ratsbeschlusses vom 28.09.2006, gegen die Einführung eines
Sondertarifes und damit zu Lasten der Stadt Köln gegen den erklärten Willen des
Rates der Stadt Köln gestimmt. Das Rechtsamt der Stadtverwaltung wird beauftragt
unverzüglich zu prüfen, ob dieses Verhalten einen Verstoß gegen die Bestimmung
des § 113 Abs. 1 Satz 2 GO NRW darstellt, nach der die vom Rat bestellten
Vertreter an die Beschlüsse des Rates und seiner Ausschüsse gebunden sind, was
ihre Abberufung aus dem VRS-Gremium rechtfertigen würde.
Begründung der Dringlichkeit :
Die Dringlichkeit wird mündlich begründet.
Begründung:
In der Sitzung vom 28.09.2006 hat der Rat die Wiedereinführung des Köln-Passes
ab dem 01.01.2007 beschlossen. Im Widerspruch zu dem anderslautenden
Beiratsbeschluss hat die Zweckverbandsversammlung die Einführung eines
entsprechenden Sondertarifs der KVB für das Stadtgebiet von Köln in seiner
Sitzung vom 24.11.2006 abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte, obwohl das Tarifmodell
sich nach den Berechnungen des KVB-Vorstandes selbst trägt und nur auf das
Kölner Gebiet und die Kölner Kunden beschränkt ist und damit keinerlei
Auswirkungen auf den bestehenden VRS-Gemeinschaftstarif in den übrigen Kommunen
hat und auch diese Struktur nicht in Frage stellt. In der Vergangenheit wurden
solch gekapselte Tarife regelmäßig genehmigt.
Für eine zukünftig eindeutige Zuständigkeit für eine nur Köln betreffende
Regelung sollen die Vertreter der Stadt Köln und die Vertreter des städtischen
Verkehrsunternehmens Kölner Verkehrs-Betriebe AG in den Gremien des VRS bzw. der
VRS GmbH darauf hinwirken, dass die bestehenden vertraglichen Vereinbarungen
zeitnah entsprechend angepasst werden.
Die vom Kölner Rat entsandten Mitglieder Karsten Möring, Johannes-Werner Hamm,
Markus Hock und Gisela Manderla haben trotz des eindeutigen Ratsbeschlusses vom
28.09.2006, in der VRS-Zweckverbandsversammlung gegen die Einführung eines
Sondertarifes und damit zu Lasten der Stadt Köln gegen den o. a. Ratsbeschluss
des Rates der Stadt Köln gestimmt. Dieses Verhalten stellt nach Auffassung der
Antragsteller einen Verstoß gegen die Bestim-mung des § 113 Abs. 1 Satz 2 GO NRW
dar, nach der die vom Rat bestellten Vertreter an die Beschlüsse des Rates und
seiner Ausschüsse gebunden sind. Das Vertrauen, das Grundlage ihrer Wahl in die
VRS-Gremien war, ist damit für die Ratsmehrheit nicht mehr gegeben. Das gilt
ungeachtet dessen, dass das Abstimmungsverhalten der genannten Vertreter für die
in Frage stehende Beschlussfassung nicht entscheidungsrelevant war. Es ist
unabdingbar, dass sich Ratsmitglieder an Ratsbeschlüsse halten und ihr
Abstimmungsverhalten nach diesen ausrichten. Daher ist es dringend erforderlich,
die Abberufung der o.a. Ratsmitglieder zu prüfen.
Aufgrund der Ablehnung in der Zweckverbandsversammlung besteht nun die
Notwendigkeit, unverzüglich die ggf. notwendigen haushaltstechnischen
Voraussetzungen zur Einführung des Köln-Passes und zur Überführung des
Mobilitätpasses in den Köln-Pass herzustellen. Unabhängig davon hält jedoch der
Rat an der Umsetzung seines am 28.09.2006 beschlossenen Ziels fest, die
Einführung des Sondertarifs für Köln-Pass-Inhaber/innen zukünftig
haushaltsneutral zu gewährleisten.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Zimmermann
Jörg Frank
SPD-Fraktionsgeschäftsführer
GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer