Kölnische Rundschau - 27.11.2003
LVR-Turm wird nun doch ein richtiges HochhausVon KARL-HEINZ SCHMITZ
Der Büroturm des Landschaftsverbandes in Deutz kann in der geplanten Form mit einer Höhe von 103,20 Meter vollendet werden. Darauf einigen sich gestern Abend die Koalitionsfraktionen von CDU und Grünen einstimmig. Für ihr Zugeständnis erreichten die Grünen im Gegenzug, dass das laufende Verfahren für eine Teilbebauung der Rennbahn in Weidenpesch aufgehoben wird. Stattdessen soll nun in einem Moderationsverfahren versucht werden, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine Wohnbebauung zu entwickeln, das dem Rennverein die notwendigen Sanierungen erlaubt.
Nach den gestern beschlossenen Ergänzungen des Koalitionsvertrages soll nun bis Mitte 2004 ein Hochhauskonzept verabschiedet werden. Dies werde die beiderseitigen innerstädtischen Rheinufer sowie für den Bereich Dom / Altstadt das Areal innerhalb der Ringe als Tabuzonen ausweisen. Weitere Hochhäuser werden nur noch im Rahmen dieses Konzeptes genehmigt. CDU-Fraktionschef Karl Jürgen Klipper versicherte, dass auch dieses eine „dynamische Weiterentwicklung“ der Innenstadt ermöglichen soll.
Grünen-Fraktionschefin Barbara Moritz betonte, dass sich die Position der Grünen in der Sache des LVR-Turms nicht verändert habe - „richtig wäre, dort kein Hochhaus zu errichten.“ Doch müssten in einer Koalition auch andere Meinungen akzeptiert werden und zudem ließen sich mit einer neuen Koalition laufende Verfahren nicht um Jahre zurückdrehen. Auch ein Baustopp für den Turm mache keinen Sinn. Doch wenn auch eine Höhe von mehr als 60 Metern mit Rücksicht auf den Dom nicht zu akzeptieren sei, wirke ein solcher Stumpf andererseits architektonisch zu gedrungen. Ein Streit um wenige Meter bringe aber nichts.
Eingeräumt wurde von Moritz zwar, dass der „Deal“ mit der Rennbahn sachfremd sei, doch bestehe Politik nun einmal aus Geben und Nehmen. Klipper wertete den Kompromiss als Beweis für die Handlungsfähigkeit der Koalition.
Im Kern begrüßt wurde der Kompromiss auch von der SPD- Fraktionsspitze. Schließlich würden mit dem Bau des Hochhauses und dem Verzicht auf die Rennbahnbebauung in der geplanten Form zwei politische Ziele der SPD aufgenommen.