#135 - Mai 2001

KASA expandiert

Weitere 1,5 Mio DM aus städtischen Mitteln


KASA, die "Kölner Anti Spray Aktion", 1998 aus der Taufe gehoben, ist ein Zusammenschluß von inzwischen 27 Institutionen. Die 5 größten - Stadt Köln, Polizei, KVB, Deutsche Bahn und Haus- und Grundbesitzerverein - bilden ein Führungsgremium, das Aktionen plant und koordiniert. Hauptzahler ist allerdings die Stadt Köln.

 

Kampagne ohne Erfolg

Hausbesitzer-Chef Schäfer streut seit Jahren die jährliche Schadenssumme von 80 Mio DM durch Graffiti allein für private Haubesitzer in die Öffentlichkeit.

Seit dem noch von Oberstadtdirektor Heugel (SPD) eingeforderten Paradigmenwechsel ("Ich will nie mehr das Wort Graffiti hören, ab jetzt heißt es Schmiererei") wird zwar immer schärfer verfolgt, einzelne "Erfolge" sind auch auszumachen: mehr Strafanzeigen - 2300 in 1999 -, weniger Graffitis an Hauswänden, nur 25% Wiederbeschädigung gereinigter Flächen. Gleichzeitig aber radikalisiert und festigt sich die Szene der Sprayer, die über Nachwuchssorgen nicht zu klagen braucht. Natürlich ist es häufig kein Genuß für die Augen der Öffentlichkeit, wenn sinnlose oder in Einzelfällen auch rechtsextremistische Farbschmierereien an Hauswänden prangen.

Um das Problem grundlegend zu ändern, sind "law and order" aber die falschen Ratgeber. So lenkt auch der Erfahrungsbericht im Kontext des jüngsten Ratsbeschlusses auf die falsche Fährte: "Die Reduktion der Sprayeraktivitäten ist nur erreichbar, wenn die fortlaufende Strafverfolgung durch die Fortsetzung des KASA Projektes gewährleistet wird." Gaben Polizei und Stadt bisher schon 2,5 Mio DM allein für Personal aus, so sattelt die Stadt jetzt noch mal 1,2 Mio für Personal und 0,25 DM für Sachkosten drauf. CDU und FDP haben zudem initiiert, daß eine feste Organisationsform für KASA entwickelt wird, damit das Werk in den nächsten 100 Jahren auch stabil fortgesetzt werden kann.

 

Konzeptlos

Offenbar ist die Verwaltung der Millionenstadt Köln überfordert, sich intelligente Konzepte jenseits von law and order einfallen zu lassen. Was muß man wissen, um flexibel zu reagieren? Einen Hinweis liefert Richard Münchmeier bereits 1996 auf einer Tagung in Köln über Jugendarbeit 2000: "In unserer deutschen Geschichte sind Jugendliche noch nie gern gesehen worden in öffentlichen Räumen, deswegen haben wir Einrichtungen gebaut. Dort sind sie sozial aufgebahrt und aus der Öffentlichkeit verschwunden. ... Jugendlich