SPD und CDU stimmen am 30.08.2007 im Rat für den Ausbau

In der Ratssitzung stimmten in geheimer Abstimmung  CDU und SPD für den Ausbau des Godorfer Hafens. Vorausgegangen war eine intensive Debatte über Sinn und Unsinn dieses Projektes und dessen ökologische Folgen.  Die Gegner dieses Projektes und der Zerstörung eines Naturschutzgebietes planen ein Bürgerbegehren gegen die Hafenerweiterung.

Der Hafenausbau ist ...

umweltzerstörend
Durch den Ausbau würde das Naturschutzgebiet Sürther Aue weitgehend zerstört.
Sie bietet Lebensraum für viele, teilweise seltene Tiere, u.a. würden geschütze Vogelarten ihren Lebensraum verlieren. Die Aue ist auch ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Ein Containerhafen würde die Anlieger erheblich mit LKW-Verkehr und Lärm belasten.
Der Hochwasserschutz würde beeinträchtigt, weil ein relevanter Retentionsraum (Überschwemmungsfläche) verloren geht.
Die Folgen des Klimawandels für den Rhein – längerfristige Niedrigwasserperioden
und kurzfristige Hochwasser – werden ignoriert.

ökonomisch fragwürdig
Für den Ausbau möchte die städtische Beteiligungsgesellschaft HGK AG 61 Mio €
investieren. Mit der Annahme von 50% Bundes- und EU-Zuschüssen wird das Investment
schön gerechnet. Dafür gibt es keinerlei Zusagen.
Völlig unrealistische Gewinnerwartungen: Mit dem ausbauten Hafen soll mehr Gewinn
(2012: 7,1 Mio €) als im gesamten Duisburger Hafen (4,1 Mio €) möglich sein.
Das im HGK-Gutachten (Prof. Baum) berechnete Kosten-Nutzen-Verhältnis beruht
auf veralteten und widersprüchlichen Daten. Wichtige Daten wurden nicht empirisch
ermittelt sondern vom Investor und Betreiber HGK einfach übernommen.
Die Wettbewerbssituation für die Kölner Häfen und der Anteil der Binnenschifffahrt
am Wachstum der Containerverkehre (Modal Split) wurde nicht untersucht.

logistisch verfehlt
Der Hafen Godorf ist für Containerumschlag wenig geeignet.
Das Interesse der verladenden Wirtschaft an Godorf wurde nicht geprüft.
Es gibt eine logistisch wie ökonomisch aussichtsreiche Alternative:
Der weitere Ausbau des Hafen Niehl für den Containerumschlag.

Gutachten: Zur Zukunft der Kölner Häfen

Die grüne Ratsfraktion hat gemeinsam mit den GRÜNEN KV Köln, den GRÜNEN im Stadtbezirk Rodenkirchen, der dortigen grünen Bezirksfraktion sowie insbesondere gemeinsam mit pro sürth e.V. und dem BUND NRW e.V. dieses Gutachten in Auftrag gegeben. Die Finanzierung des Gutachtens wurde zudem von weiteren Bürgervereinen und –initiativen aus dem Kölner Süden unterstützt.

Citcon wurde  beauftragt das auf inhaltliche Vorgaben der CDU/SPD-Mehrheit erstellte Wirtschaftlichkeitsgutachten von Prof. Dr. H. Baum hinsichtlich seiner Annahmen und Ergebnisse einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen.

Downloadmöglichkeiten:
Kernergebnisse als pdf-Dokument (Zusammenfassung)

Langfassung des Gutachtens als pdf-Dokument (ca. 2 MB) 

Hafenausbau Köln-Godorf - konzeptlos und folgenschwer

Download als pdf_Dokument

 Montag, 27. August, 19 Uhr, Historisches Rathaus, Atrium

Seit fast 20 Jahren halten die Befürworter des Hafenausbaus von HGK, IHK bis CDU und SPD starrsinnig an einem völlig veralteten Konzept für ein über 60 Mio € teures Prestigeprojekt fest und wollen sich nicht den Realitäten stellen.

Im Rathaus werden nun Henning Wilts und Rainer Lucas (Citizen Consult GmbH, Wuppertal) die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens „Zukunft der Kölner Häfen“ in Kritik am HGK-Gutachten präsentieren und öffentlich zur Diskussion stellen.

Sie werden darlegen, warum der Ausbau logistisch verfehlt und der von der HGK AG prognostizierte positive wirtschaftliche Nutzen ein Trugschluss ist.

Aber es gibt auch eine Alternative, den Binnenschiff-Containerumschlag – allerdings ausgehend von realistischen Wachstumsannahmen - in Köln logistisch sinnvoll weiter auszubauen. Der Niehler Hafen bietet ungenutzte Reserven.

Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, derzeit stellvertretende Vorsitzende der GRÜNEN im Bundestag, kennt den Konflikt aus ihrer zehnjährigen Ministeramtszeit. Sie wird u.a.  zu den ökologischen Folgewirkungen der Zerstörung des Naturschutzgebiets Sürther Aue und den Auswirkungen durch den Klimawandel auf Binnenwasserstraßen Stellung beziehen.  

Veranstaltung: Untiefen der Binnenschifffahrts- und Hafenpoltik

23.08.2007, 19:00 - 21:30 Linde-Kasino (Sürther Hauptstraße 173, 50199 Köln)

Das Beispiel des Godorfer Hafens zeigt, wie man einen Hafen nicht planen sollte. Eine uralte überlebte Planung wird weiterhin von TechnokratInnen der Stadt- und Landesverwaltung verfolgt. Die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens jedoch bleibt voraussichtlich auf der Strecke, die Umweltverträglichkeit ebenso. Die Veranstaltung informiert über die Grundzüge der bündnisgrünen Binnenschifffahrtspolitik und den aktuellen Stand der Hafenplanung Godorf.
Das Fachgespräch findet auf Anregung und mit freundlicher Unterstützung der Aktionsgemeinschaft Contra Erweiterung Godorfer Hafen statt.  Die Bundestagsfrakion Bündnis 90/DIE GRÜNEN  lädt Sie herzlich ein, mit zu diskutieren.

Teilnehmer / Expertenkreis
Peter Hettlich (MdB - Bündnis 90/DIE GRÜNEN); Rainer Lucas (Citizen Consult); Prof. Klaus Feinen (Finanz- und Logistikspezialist); Helmut Feld  (Anwohner); Manfred Giesen  (Bürgerverein pro sürth e. V.); Thomas Kahlix (Hochwasserschutz-Initiative); Werner Rügemer  (Schriftsteller (Colonia Corrupta)) und Klaus Simon  (Naturschutzexperte, NABU)

weiter Infos: http://www.gruene-bundestag.de/