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Biografie

Biografie

Angela Spizig

wurde 1948 in der Altmark (ehemalige DDR) geboren und in Halle/Saale eingeschult.

1955 gelang die Flucht nach Westdeutschland zu Verwandten in Solingen. Hier besuchte sie das Gymnasium.

Als 17-jährige fuhr sie 1965 per Schiff zusammen mit 1000 Austausch-Schülern aus Europa und Afrika mit einem Stipendium des American Field Service in die USA. Sie verbrachte ein Jahr bei einer Gastfamilie in Minnesota und erwarb das High-School-Diploma. Diese Erfahrungen des internationalen Austausches und der Völkerverständigung waren prägend für ihr weiteres Leben. Nach dem Abitur (1967) studierte sie in Köln Anglistik und Romanistik. Sie finanzierte ihr Studium, indem sie als Reiseleiterin fünf Sommer lang amerikanischen Touristengruppen auf Studienreisen durch ganz Europa begleitete.

Durch das Elternhaus wurde ihr politisches Interesse gefördert, das sich während des Studiums und der gesellschaftspolitischen Debatten der 60er/70er Jahre vertiefte. Durch Studien-Aufenthalte an der amerikanischen Westküste (Berkeley, Davis) erhielt sie Anregungen und Informationen zur Umwelt-Diskussion, die dort schon sehr früh und kreativ geführt wurde.

Im Jahre 1968 zog Angela Spizig nach Köln. 1972 heiratete sie den Juristen und heutigen Rechtsanwalt Heinz Spizig.

Seit ihrem Studium nimmt sie regen Anteil an allen Facetten des Kölner Kulturlebens.

Sie selbst moderiert Autorengespräche und Publikumsdiskussionen bei internationalen Film-und Literatur-Festivals und veröffentlicht Artikel und Literaturkritiken.

Von 1974 bis 2000 unterrichtete Angela Spizig die Fächer Englisch und Französisch am Gymnasium, überwiegend in der Oberstufe. Die Oberstudienrätin organisierte und begleitete europäische Austausch- Programme, z.B. im Rahmen des Programms „Classes Musées Europe“, und engagiert sich bei Schulpartnerschaften mit England, Frankreich und dem Lycée Francais in Bonn. Über den Unterricht hinaus bot sie den Schülern Möglichkeiten, Zugang zum Kölner Kulturleben zu finden durch Theaterworkshops, Museumsprojekte, Filmarbeit und Kontakte mit den jeweiligen Künstlern.

Zusammen mit anderen Frauen gründete sie 1985 eine Bürgerinitiative, die sich erfolgreich für eine Verkehrsberuhigung mit Schulwegsicherung und die Einrichtung von Radwegen einsetzte.

Von 1994 bis 1999 war sie für Bündnis 90/Die Grünen Bezirksvertreterin in Lindenthal mit den Schwerpunktthemen: Stadtentwicklung, Abfallwirtschaft, Einzelhandel und Kultur. Erfolge in dieser Zeit: Erhalt der baulichen Ensembles am Rautenstrauch-Kanal und in Junkersdorf, das „Klettenberger Modell“, (Satzung zur Erhaltung der Vorgärten aus der Gründerzeit), Einführung des Pilot-Projektes Gelbe Tonne für Verpackungs-Wertstoffe, Gründung eines Kunst- und Kultur-Vereins für den Stadtbezirk, Schulwegsicherung, ökologische Gestaltung von Parkanlagen und Entsiegelung von Wegen im Grünflächen-Bereich.

Seit 1998 ist sie Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen.

1999 erfolgte die Wahl in den Rat. Angela Spizig wurde kulturpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion. Im April 2000 wurde sie durch den Kölner Stadtrat zur Bürgermeisterin gewählt.

Sie ist Mitglied des Kulturausschuss und Kuratoriumsmitglied der SK Stiftung Kultur. Nach der Kommunalwahl 2004 wurde sie vom Rat für eine weitere Ratsperiode als Bürgermeisterin bestätigt.

In diesem Amt engagiert sie sich vor allem in den Bereichen Kultur, Medien, IT, europäische Netzwerke, Internationales. So vertritt Angela Spizig die Stadt Köln im Vorstand des europäischen Zusammenschlusses „Global Cities Dialogue“, der sich mit den neuen Technologien und ihrer bürgerfreundlichen Anwendung in städtischen Administrationen befasst. Sie ist Vize-Präsidentin des europäischen Kultur - Netzwerkes „Les Rencontres“ mit Sitz in Paris. Außerdem wurde sie zum Mitglied des Frauenausschusses im RGRE „Rat der Gemeinden und Regionen Europas“ berufen. In diesen Funktionen wird sie häufig als Moderatorin, Expertin oder Vortragende zu internationalen Konferenzen eingeladen.

Angela Spizig erlebt es als beglückend, dass sich die verschiedenen Schwerpunkte und Erfahrungen ihres privaten und beruflichen Werdeganges gerade im Amt der Bürgermeisterin von Köln so hervorragend umsetzen lassen. Damit kann sie einerseits in die unterschiedlichsten Bereiche der Stadt hineinwirken und gleichzeitig die kommunalen Interessen einer weltoffenen multikulturellen Stadt wie Köln auch im Ausland erfolgreich vertreten.