Beschlussantrag PEK


Veröffentlicht am: 10. September 2011

Personalentwicklung: Kölner Grüne machen sich fit für das Wachstum der Partei Zielsetzung Wir wollen eine größere Vielfalt bei der Grünen Mitgli edschaft und den aktiv Mitwirkenden – also einen der Stadtgesellschaft vergleichbaren Anteil an Mitgliedern mit Migrationshintergrund, einen breiten Mix an Berufstätigen aus den unterschiedlichsten Branchen und Kompetenzbereichen und nicht zuletzt ei- nen deutlich höheren Frauenanteil.

Insbesondere wollen wir  R den Anteil der weiblichen Mitglieder an den Grünen Wählerinnenanteil angleichen (> 50 %),  R den Anteil der Mitglieder mit Migrationshintergrund  auf ein Drittel der Mitgliedschaft steigern und  R die Vielfalt beruflicher Kompetenz und die Zahl  der QuereinsteigerInnen aus dem Berufsleben in  ein aktives ehrenamtliches Engagement bei den Grünen steigern.  Wir wollen dafür sorgen, dass die zurzeit zahlreich eintretenden neuen Mitglieder auch bleiben und  noch mehr von ihnen aktiv werden und dass bislang  oder inzwischen Inaktive wieder aktiv mitwirken.  In den nächsten Jahren wollen wir unsere Mitgliederzahl verdoppeln, um ein breites Fundament für  die anstehenden politischen Herausforderungen zu schaffen.  Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass wi r auf allen politischen Ebenen eine überzeugende  Willkommenskultur etablieren, die den Einstieg für ne ue Mitglieder leicht macht und möglichst viele zu  tatsächlich aktiven Mitgliedern werden lässt.  Zu beschließende R egeln und Maßnahmen  1.  Einstieg erleichtern  Der Vorstand (des Kreisverbandes) wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der PEK über die bis- herigen Maßnahmen für Neu-Mitglieder hinaus fo lgende Maßnahmen zu realisieren, mit denen  neuen oder bislang inaktiven Mitgliedern der Einsti eg in eine aktive Mitwirkung bei uns Grünen er- leichtert wird:  a) Neuen-Treff vor Mitgliederversammlungen  Zukünftig wird unmittelbar vor jeder Mitgliederversammlung ein Treffen angeboten, das sich  insbesondere an folgende Personenkreise richtet:  ƒ Neumitglieder der letzten zwölf Monate,  ƒ bislang passive Mitglieder, die sich überlegen, aktiv(er) in die Parteiarbeit einzusteigen,  ƒ Interessierte, die aktuell über eine Mitgliedschaft nachdenken.  Bei diesen Vortreffen ist es zunächst wichtig,  dass sich die Menschen untereinander kennen  lernen. Inhaltlich werden vor allem folgende Th emen erörtert: Um was geht es bei der Mit- gliederversammlung? Was sind die Hintergründe?  Was tut sich aktuell im Kreisverband und  was werden die Themen und Aktivitäten der nächsten Monate sein? Fragen, die die Neuen  bewegen. Infos zu aktuellen Mitwirkungs-, Qu alifizierungs- und Förderangeboten für (neue)  Beschlussantrag Personalentwicklung skommission und Kreisvorstand:   Personalentwicklung: Kölner Grüne machen  sich fit für das Wachstum der Partei  Personalentwicklungskommission – Bündnis 90 / Die Grünen Köln  2 Mitglieder. Verantwortlich für die Einladung und  die attraktive inhaltliche und methodische Ge- staltung ist der Vorstand.  b)  Aktions- und projektorientierte Mitwirkung  Es wird ein geeignetes Verfahren für die projektbezogene Mitwirkung von Mitgliedern und In- teressierten entwickelt. Hierzu sind geeignete Projektaufgaben zu identifizieren.  Ratsfraktion, Delegiertenrat und die Arbeitskre ise sowie ggf. weitere Gliederungen und Orga- ne sind in die Erarbeitung des Verfahrens, die  Identifikation von Themen und die Realisierung  dieses projektorientierten Ansatzes mit einzubeziehen.  Beispiele für Projektaufgaben bzw. entspreche nde Projektgruppen sind: Fundraising, Organi- sation von Veranstaltungen zu aktuellen polit ischen Themen, Planung und Organisation von  Wahlkämpfen, Aktionen zur Personalentwicklung, Exkursionen u.a.  c)   Zukunftstag    Der Vorstand wird beauftragt, spätestens im  Frühjahr 2012 erstmals einen Zukunftstag auszu- richten. Mit diesem Zukunftstag werden grundsä tzlich alle Kölner Grünen-Mitglieder angespro- chen – vor allem aber: Neumitglieder der letzten Monate, bislang passive Mitglieder und auch  den Grünen nahe stehende Nichtmitglieder. Mitw irken sollen auch alle Grünen Gremien, Orga- ne und Gliederungen, die damit eine Gelegenheit erhalten, neue Aktive für die Mitwirkung zu  gewinnen. Workshops werden jeweils in Eigenverantwortung von Partei- und Rats- Arbeitskreisen aber auch von anderen Grünen Gliederungen und Organen organisiert. Nach  Auswertung des ersten Zukunftstages wird entsch ieden, ob und in welcher Folge ein Zukunfts- tag wiederholt werden soll.  d)  MultiplikatorInnen und Leitungsgremien qualifizieren  Ortsverbände (OV) sowie Partei- und Ratsarbeit skreise (AKs) sind die  ersten Kontaktpunkte,  an denen interessierte Neumitglieder, Nichtmit glieder oder bislang passive Mitglieder erschei- nen. Es liegt vor allem an  den OV-Vorständen und AK-SprecherInnen, für eine Willkommens- kultur und eine Integration Neuer in die laufende  Arbeit zu sorgen. Da die hierfür erforderliche  Kompetenz und Erfahrung nicht bei allen FunktionsträgerInnen gleichermaßen vorhanden ist,  wird der Vorstand beauftragt, mindestens einmal  jährlich gemeinsam mit der PEK ein Training  für OV-Vorstände und AK-SprecherInnen (Partei  und Rat) zu relevanten Aspekten der Grünen  Personalentwicklung zu organisieren: Neue Mitwirkende gewinnen und integrieren, ergebnis- orientierte und partizipative Gestaltung und Le itung von Sitzungen, frauengerechte Arbeits-  und Entscheidungskultur, interkulturelle Öffnung, Expertise und Erfahrung bei TeilnehmerIn- nen erkennen und einbinden, Moderationstechniken u.a.m..  2. Fördern und qualifizieren  a)  Weiterbildungsangebote Dritter bekannt machen  Der Vorstand wird beauftragt, gemeinsam mit de r Kreisgeschäftsführung dafür zu sorgen, alle  Bildungsangebote der Heinrich Böll-Stiftung (M entoringprogramm, Polit isches Management  u.a.m.) sowie anderer Anbieter, die geeignet si nd für die Förderung und Qualifizierung Grüner  Mitglieder, im Internetauftritt des Kreisverbandes bekannt zu machen und darüber hinaus ak- tiv zu bewerben.  Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Kreisverbandes (siehe Nr. 5a) können einzelne  relevante Bildungsangebote unmitte lbar für Mitglieder in Köln organisiert oder die Teilnahme  an Bildungsangeboten individuell bezuschusst werden.  b)  Kennenlernangebote   Alle Funktions- und MandatsträgerInnen (Ortsv ereins-/Kreisverbandsvorstände, Arbeitskreis- SprecherInnen (Partei und Rat), Bezirksvertret ungs-/Ratsmitglieder, Abgeordnete im Land- schaftsverband Rheinland (LVR), Landtag und B undestag und weitere) werden aufgerufen,   Beschlussantrag Personalentwicklung skommission und Kreisvorstand:   Personalentwicklung: Kölner Grüne machen  sich fit für das Wachstum der Partei  Personalentwicklungskommission – Bündnis 90 / Die Grünen Köln  3 ƒ mindestens einmal jährlich  ƒ mindestens  einem  interessierten Mitglied der Grünen  für eine typische Arbeitsperiode (z.B. von AK- zu AK-Sitzung) ein „Schnupperpraktikum“ anzu- bieten, mit dem die interessierte Person einen ersten Einblick in die Aufgaben und Arbeitswei- sen der jeweiligen Gremien und Funktionsträge rInnen erhält. Die AnbieterInnen der Schnup- perpraktika werden im Grünen  Internetauftritt veröffentlicht.  Die geeignete Form der Vermittlung zwischen Anbietern der Praktika und den Interessierten  ist vom Vorstand in Zusammenarbeit mit der  Kreisgeschäftsführung und ggf. weiteren Betei- ligten zu entwickeln. Der Vorstand legt dem Kre isverband einmal jährlich einen Bericht vor,  welche Funktions- und MandatsträgerInnen Sc hnupperpraktika angebote n und realisiert ha- ben.  Außerdem sollten alle OV-Vorstände die Möglichk eit der Hospitanz bieten – also einer aktiven  Mitwirkung unterhalb einer Wahl in den jeweilig en Vorstand (wie es von einzelnen OVs schon  praktiziert wird).  3. Kompetenter und vielfältiger Wettbewerb um Mandate – mit hohen Chancen für  Nachwuchs und QuereinsteigerInnen  Die folgenden Vorschläge beziehen sich zunächst auf das Verfahren zur Auswahl von Kandidatin- nen und Kandidaten für die kommunalen ehrenamt lichen Mandate (Rat, Bezirksvertretungen ...).  Im zweiten Schritt sollen vergleichbare Regelungen, soweit sinnvoll und möglich, auch auf die be- rufspolitischen Ebenen wie Landtags- und B undestagskandidaturen angewendet werden.  Die ideale kommunale Grüne Fraktion  sollte folgende Eigenschaften haben:  ƒ Sie besteht aus einem vielfältigen Mix an Lebe nsalter und -erfahrung und unterschiedlicher  Herkunft.  ƒ Sie deckt ein möglichst breites Spektrum an  sachlicher und politischer Kompetenz und Erfah- rung ab.  ƒ Sie besteht aus je einem Drittel Mitgliedern in der ersten, zweiten und dritten Wahlperiode.  Diese Idealanforderungen lassen sich nicht durch  starre Quoten- oder Begrenzungsregelungen er- füllen. Die folgenden Maßnahmen sollen jedoch zu  einer Annäherung an das Ideal beitragen.  1.   Der Vorstand wird beauftragt, gemeinsam mi t der Ratsfraktion, den Bezirks-Fraktionen und  der PEK praktikable Verfahrensweisen zu entwic keln, mit denen u.a. die Ratsarbeitskreise und  die Sachkundigen EinwohnerInnen und BürgerInnen in den Ratsausschüssen insbesondere für  die Gewinnung und Qualifizierung potenzieller Ka ndidatInnen für den Rat oder auch die Be- zirksvertretungen genutzt werden können.  2.   Spätestens ein Jahr vor dem jeweiligen Termin  der Listenaufstellung werden die unter 3.a)  und 3.b) genannten Förder- und Qualifizierung smaßnahmen besonders auf die Förderung in- teressierter, potenzieller Erstkandid atinnen und –kandidaten fokussiert.  3.   Ein Jahr vor dem jeweiligen Termin der Listen aufstellung lädt der Vo rstand alle Grünen Mit- glieder zu einer Veranstaltung ein, bei der üb er die Anforderungen und Möglichkeiten für eine  Rats- oder BV-Kandidatur sowie über die zu er wartenden Aufgaben und Belastungen bei einer  Mandatsausübung informiert wird.  An der Vorbereitung und Durchführung der Ve ranstaltung sollen Kreisverbandsvorstand,  Ratsmitglieder (inkl. Fraktionsvorstand), Be zirksmitglieder sowie die PEK mitwirken.  Im Rahmen der Veranstaltung können die Intere ssierten bestehende Qualifizierungsbedarfe  artikulieren, zu denen der Kreisverband dann ggf . entsprechende Angebote organisiert oder  vermittelt.  4.   Ein halbes Jahr vor der Listenaufstellung fo rmulieren der Kreisvorstand, die Ratsfraktion und  die Bezirksfraktionen gemeinsam die für Grüne  Kommunalpolitik relevanten Herausforderun- Beschlussantrag Personalentwicklung skommission und Kreisvorstand:   Personalentwicklung: Kölner Grüne machen  sich fit für das Wachstum der Partei  Personalentwicklungskommission – Bündnis 90 / Die Grünen Köln  4 gen für die nächste Wahlperiode und die sich  daraus ergebenden Kompetenz- und Leistungs- anforderungen für die kommenden Fraktionen und MandatsträgerInnen.  5.   Alle Rats- und BezirskandidatInnen werden  aufgefordert, rechtzeitig vor der Wahlversamm- lung eine schriftliche Bewerbung zu verfassen,  die mindestens auf folgende vorgegebene Leit- fragen eingeht:  ƒ bisher gesammelte kommunalpolitische Erfahr ungen (als Sachkundige/r EinwohnerIn bzw.  BürgerIn, Mitwirkung in Rats-AKs, Mitwirkung in OVs / BVs etc.)  ƒ für die Rats- bzw. Bezirksarbeit relevante Ko mpetenzfelder fachlicher und politischer Art  ƒ explizite Begründung bei einer Kandid atur für eine vierte Wahlperiode  ƒ bei einer Kandidatur für eine zweite oder weitere Wahlperiode:  -     „Bilanz“ (Erfolge / Misserfolge) ihrer bisherigen Mandatsarbeit; Vernetzung im Grün- relevanten Umfeld  -     „Förderbilanz“ (wie und in welchem Umfang wurde anderen Interessierten die kom- munale Mandatsarbeit nahe gebracht  - z.B. „Schnuppe rpraktika“ u.a.m.)  ƒ Darlegung, in welcher Form sie an der Erst ellung des Kommunalwahlprogramms mitwir- ken  ƒ Kenntnis der Spendenpraxis und der diesbezüg lichen Beschlusslage der Partei (anteilige  Abführung von Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgeldern)  6.   Die Wahlversammlung zur Listenaufstellung wi rd mit einer mindestens zweistündigen Gene- raldebatte zu den Herausforderungen und Anfo rderungen für die nächste Wahlperiode und die  Anforderungen an KandidatInnen eröffnet.  An jede/n KandidatIn können nach der Bewerb ungsrede bis zu vier Fragen gestellt werden.  Die FragestellerInnen werden im Losverfahren bestimmt. Die Fragen werden mündlich ge- stellt.  7.   Der Vorstand wird beauftragt, neben der Aufs tellung der Rats-Reserveliste auch für die Aus- wahl der KandidatInnen für die Wahlkreise (D irektmandate) gemeinsam mit den OVs ein ge- eignetes Verfahren zu entwickeln. Dieses Ve rfahren soll sich sinngemäß an den Anforderun- gen für die Listenaufstellung orientieren.  4. Personalentwicklung als Daueraufgabe, die Investitionen erfordert  1.   Etat für Personal- und Organisationsentwicklung  Ab dem Haushaltsjahr 2012 wird in den KV-Haush alt eine eigene Haushaltsposition „Personal- entwicklung und Qualifizierung“ mit einem Volumen von mindestens 5.000 € p.a. aufgenom- men – zur Finanzierung der zuvor beschlossenen und ggf. weiterer Maßnahmen  2.   Delegiertenrat    Mindestens einmal jährlich wird die Personalentwicklung Schwerpunktthema im Delegierten- rat. Unter diesem TO-Punkt sollen  ƒ Erfahrungen und Erfordernisse der im Delegiertenrat vertretenen Strukturen und Gremien  (OVs, AKs, Ratsfraktion, BVs und ggf. weiter e sowie KV-VS bzw. Gesamt-KV) debattiert,  ƒ Schnittstellen zwischen den verschiedenen St rukturen und Gremien hinsichtlich der Ge- winnung und Entwicklung von Talenten erörtert und  ƒ aktuelle Maßnahmen der Personalentwicklung auf ihre Wirksamkeit hin geprüft werden.  3.   Mitgliederbefragungen    Jährlich werden die Mitglieder bzw. Mitgliedergru ppen (z.B. innerhalb der letzten zwölf Monate  eingetretene) zu relevanten Aspekten der Mitg liedschaft und aktiven Mitwirkung befragt. Die  Befragungsergebnisse fließen dann in weitere Maßnahmen der Personal- und Organisations- entwicklung ein.