Offener Brief an den Vorstand der Uniklinik Köln

Kreisverband
Veröffentlicht am: 01. Juli 2022

Der Kreisvorstand hat am Freitag einen offenen Brief an die fünf Vorstandsmitglieder der Uniklinik geschickt mit einem Appell, ihr Möglichstes zu tun, um zu einer guten und raschen Lösung für die Streikenden im aktuellen Tarifkonflikt zu kommen. Wir veröffentlichen den Brief auch hier.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schömig,

sehr geehrter Herr Grüttner,

sehr geehrte Frau Filipović,

sehr geehrter Herr Prof. Dr. Fink,

sehr geehrter Herr Prof. Dr. Eysel,

 

die Beschäftigten Ihres Hauses befinden sich in der neunten Streikwoche. Wir als Kölner Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN wenden uns an Sie. Wir sind überzeugt, dass nur mit einer gemeinsamen Lösung die mit dem Streik verbundene komplexe Herausforderung gelöst werden kann.

Die Streikenden haben zu Recht deutlich gemacht, dass sich die Arbeitsbedingungen an den Unikliniken verbessern müssen, damit auch weiterhin ausreichend und gut qualifiziertes Personal für die Gesundheit der Patient*innen sorgen kann. Dafür wurde diese Woche seitens der Politik der Austritt aus dem Arbeitgeberverband AdL im Landtag ermöglicht. Zudem wurde im Landtag beschlossen, dass, wenn es zum Abschluss eines Tarifvertrags kommt, die Auswirkungen auf den Landeshaushalt zu prüfen und „entsprechende Maßnahmen zur auskömmlichen Finanzierung der Universitätskliniken rechtssicher zu treffen“ sind. Dies sind erste Schritte, die wir als GRÜNE weiter begleiten werden. Nun sind aber auch Sie gefordert!

Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig:

Bislang liegt für tausende Klinikbeschäftigte außerhalb der Pflege kein Angebot vor. Ein Krankenhaus funktioniert nicht in kleinen Einheiten, sondern nur, wenn alle zusammenwirken. Daher geht es nicht ausschließlich um bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, sondern auch in den Laboren, Operationssälen, zentralen Diensten, dem Patient*innenservice usw. Hier ist es aus unserer Sicht entscheidend, dass Sie als Arbeitgeber einen soliden Vorschlag vorlegen, auch wenn dieser Anteil nicht durch die Krankenkassen refinanziert wird.

Zudem muss es gelingen, schnellstmöglich zu einer guten Lösung im Sinne der Arbeitsbedingungen und Patient*innen zu kommen. Denn eine weitere Verzögerung hilft niemandem: Den Patient*innen nicht, den Beschäftigten nicht und Ihnen als Verantwortlichen für die Führung der Uniklinik nicht.

Die Streikbewegung wird getragen von tausenden Kolleg*innen, die nicht nur für ihre Arbeitsbedingungen Verantwortung übernehmen, sondern auch im Klinikalltag ihre Teams zusammenhalten. Ihnen wird die Chance und Hoffnung auf Entlastung bislang verwehrt. Ihnen wird keine Perspektive aufgezeigt. Und dies sollte eigentlich unser aller Ziel sein: Perspektive für eine gute Gesundheitsversorgung in Köln und darüber hinaus in ganz Nordrhein-Westfalen.

Wir appellieren an Sie, Ihr Möglichstes zu tun, um zu einer guten und raschen Lösung im aktuellen Tarifkonflikt zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

für den Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN – der Kreisvorstand mit Katja Trompeter (Vorsitzende), Stefan Wolters (Vorsitzender), Willi Harz, Lisa-Marie Friede, Leon Schlömer, Anna Kipp und Sarah Brunner


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