Pressemitteilung // GRÜNE fordern Humanität für Geflüchtete in Bosnien und unterstützen Spendenkonvoi

Kreisverband
Veröffentlicht am: 04. Januar 2021

Im dritten Jahr in Folge ist der Kölner Spendenkonvoi (http://koelner-spendenkonvoi.de/) – mit Unterstützung der Kölner GRÜNEN – zum Jahreswechsel in Bosnien, um den an der EU-Außengrenze gestrandeten Flüchtenden zu helfen. 20.000 Euro Spendengeld, drei Transporter und einen LKW mit 14 Palletten voller Hilfsgüter haben die Helfer*innen in die Region gebracht – unter ihnen Jonathan Sieger, der Geschäftsführer der Kölner GRÜNEN. „Die Situation der zirka 1000 Geflüchteten im Camp Lipa war bereits vor dem Brand am 23.12.2020 menschenunwürdig. Jetzt ist die Lage endgültig eine humanitäre Katastrophe. Auch außerhalb des Camps Lipa befinden sich im Kanton Una-Sana ca. 2000 Flüchtende in einer ähnlich besorgniserregenden Situation, da sie ohne Obdach dem kalten Winterwetter schutzlos ausgesetzt sind. Es fehlt an allem und es ist bitterkalt“, beschreibt Jonathan Sieger die Situation vor Ort. Die Menschen campieren im Freien, übernachten im Schnee, ohne Zugang zu sauberem Wasser und regelmäßigem Essen. „Trotz unserer mittlerweile dreijährigen Erfahrung stellt sich unsere Arbeit hier im Norden Bosniens als äußerst kompliziert dar. Die Arbeit der wenigen lokalen Helfer*innen wird massiv von den Behörden kriminalisiert“, so Jonathan Sieger weiter.

„Ob in Bosnien, auf den griechischen Inseln oder auf den Booten im Mittelmeer – wir dürfen nicht länger wegschauen. Die EU muss sich ihrer Verantwortung stellen, Geflüchtete aufnehmen und gerecht verteilen“, sagen Frank Jablonski und Katja Trompeter, Vorsitzende der Kölner GRÜNEN. „In Köln heißen wir schon lange Geflüchtete herzlich willkommen. Gemeinsam mit unserer Oberbürgermeisterin Henriette Reker sorgen wir GRÜNEN dafür, dass Köln ein Sicherer Hafen für Menschen ist, die ihre Heimat verlassen mussten. Besonders diejenigen, die nun weiterhin in Not sind, weil sie unter schrecklichen Bedingungen in Lagern oder Behelfsunterkünften ausharren müssen und keine Gewissheit über eine sichere Zukunft haben, bedürfen unserer Unterstützung.

Iman, der aus dem Iran flüchtete und nun in Bosnien festhängt, schildert seine Situation so: „I have been never so dirty. We were not able to wash ourselves adequately for 36 days.” („Ich fühlte mich noch nie so dreckig. Wir konnten uns mehr als 36 Tage nicht adäquat waschen.“) Ein weiterer Bewohner des Camps aus Pakistan fügt hinzu: „That is the situation we are suffering now. Who is gonna listen to us? They are treating the whole people like there are all criminals. What is the mindset of Europe? I don’t understand what the mindset of the people is. Probably few of them are uneducated, but we are not animals, but they treat us that way.” („Das ist nun die Situation, die wir erleiden. Wer wird uns aber jetzt hören?  Sie behandeln alle Menschen hier wie Kriminelle. Welche Wahrnehmung hat Europa von uns? Ich verstehe es nicht, welches Bild die Menschen haben. Vielleicht sind manche ungebildet, aber wir sind keine Tiere, obwohl sie uns behandeln wie welche.)

„Die Kälte, die fehlenden Waschmöglichkeiten, unbehandelte Verletzungen und die derzeitige Mangelernährung führen zu schlechten Gesundheitszuständen der Flüchtenden. Es muss jetzt gehandelt werden, damit wir das Leben dieser Menschen nicht aufs Spiel setzen“, fordert die Medizinerin und Mitglied des Kölner-Konvois, Clara Lehn.

Fotos: © Giorgio Morra


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