Pressemitteilung: „Kurzes Kleid als Abendgarderobe

Kreisverband
Veröffentlicht am: 25. November 2018

Ministerpräsident Laschet belebt Frauenbild des letzten Jahrhunderts wieder.Wir feiern in diesem Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. Dieses Jubiläum eines Meilensteins auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter wird nun konterkariert durch eine Einladung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet anlässlich der Verleihung des Staatspreises am 27. November 2018 im Kölner Gürzenich. Darin werden als Abendgarderobe „dunkler Anzug/kurzes Kleid“ gefordert.

Pressemitteilung

„Kurzes Kleid“ als Abendgarderobe – Ministerpräsident Laschet belebt Frauenbild des letzten Jahrhunderts wieder

Wir feiern in diesem Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. Dieses Jubiläum eines Meilensteins auf dem Weg zur Gleischstellung der Geschlechter wird nun konterkariert durch eine Einladung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet anlässlich der Verleihung des Staatspreises am 27. November 2018 im Kölner Gürzenich. Darin werden als Abendgarderobe „dunkler Anzug/kurzes Kleid“ gefordert.

Darauf entgegnen Kirsten Jahn und Lino Hammer, Fraktionsvorsitzende und Fraktionsgeschäftsführer der GRÜNEN im Kölner Rat pikiert: „Herr Laschet, wie kurz hätten Sie es denn gerne? Der Ministerpräsident hat anscheinend immer noch nicht verstanden, dass Frauen selbst entscheiden, welche Abendgarderobe sie bevorzugen – unabhängig von der Länge.“

Frank Jablonski, Vorsitzender der Kölner GRÜNEN kommentiert: „Es ist natürlich völlig legitim, bei einem solchen Anlass einen Dresscode vorzugeben, aber diese Formulierung stößt bei uns GRÜNEN auf grundlegende Kritik. Wir dachten, dass auch die nordrhein-westfälische CDU nach #metoo und #Aufschrei weiter wäre.“ Katja Trompeter, Vorsitzende der Kölner GRÜNEN ergänzt: „Wir GRÜNEN bemühen uns seit Jahrzehnten um eine echte Gleichstellung von Frauen, Männern und trans*-Personen – so wie unsere Mütter und Großmütter für volle Gleichstellung gekämpft haben. Da schmerzt eine solche Formulierung schon.“

Dass Forderungen nach mehr Gleichstellung immer noch berechtigt sind, zeigt zum Beispiel der Blick auf die Vertretung von Frauen in der Politik: Der Frauenanteil im Bundestag beträgt nur knapp 31 %, im Landtag Nordrhein-Westfalen sogar nur rund 28 % und nicht einmal 10 % der deutschen Kommunen werden von Frauen geführt. Ein Blick auf die Spitzenposten in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst zeigt in Bezug auf die Vertretung von Frauen weitgehend desaströse Verhältnisse. Frauen verdienen oft immer noch weniger als Männer, und auch der Wandel in den Köpfen ist noch nicht überall vollzogen. „Das alles zeigt, dass es noch sehr viel zu tun gibt auf dem Weg zu einer echten Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland“, so Katja Trompeter abschließend.

Pressekontakt: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Köln und Fraktion im Rat der Stadt Köln, Christiane Martin, presse@gruenekoeln.de, Tel. 0221-3553208, Mobil: 0179-5975879


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