Pressemitteilung // Zum Tod von Doğan Akhanlı

Kreisverband
Veröffentlicht am: 02. November 2021

Mit großer Bestürzung haben wir von Doğan Akhanlıs viel zu frühem Tod erfahren. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit in Berlin.

Der Kölner Schriftsteller Doğan Akhanlı ist im Alter von nur 64 Jahren gestorben. Er setzte sich unermüdlich für die Unteilbarkeit der Menschenrechte und insbesondere die Aufarbeitung des Genozids an den Armenier*innen sowie eine Aussöhnung im türkisch-kurdischen Konflikt ein. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte der Stadt Köln war ebenso ein fester Bestandteil seines aktiven Wirkens in der Stadtgesellschaft.

Mehrmals sah sich Akhanlı, der 1991 aus der Türkei floh und 1992 in Köln ein neues Zuhause fand, mit Repressionen durch die türkische Regierung konfrontiert. 2010 wurde er bei seiner Einreise in die Türkei aus fadenscheinigen Gründen festgenommen. Auf einen internationalen Haftbefehl der Türkei hin, wurde Akhanlı im Sommer 2017 in Spanien festgenommen. Beide Festnahmen, die jedwede rechtstaatlichen Prinzipien seitens der Türkei vermissen ließen, lösten in Köln und bundesweit eine große Solidarität aus – auch seitens der Kölner GRÜNEN.

Das breite Fundament des Engagements von Akhanlı wurde mehrfach gewürdigt, so auch durch die Stadt Köln nach seiner Freilassung aus der türkischen Haft im Jahr 2011. Mit dem Europäischen Toleranzpreis für Demokratie und Menschenrechte wurde Akhanlı 2018 ausgezeichnet. 2019 bekam er die Goethe-Medaille des Goethe-Instituts verliehen.

Dazu erklären die Vorsitzenden der Kölner GRÜNEN, Katja Trompeter und Frank Jablonski:

„Mit dem Tod von Doğan Akhanlı verliert Köln eine wertvolle Stimme für Menschenrechte und einen hochgeschätzten Schriftsteller, der nicht nur mit dem geschriebenen Wort kraftvolle Botschaften sendete. Wir bedauern den großen Verlust für unsere Stadtgesellschaft sehr. Akhanlıs Einsatz für die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern sowie eine friedliche Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts kannte keine Grenzen, hieran hielt er unermüdlich fest. Sein Engagement wird uns weiterhin inspirieren. Im Namen der Kölner GRÜNEN sprechen wir seiner Familie, den Freund*innen und allen Weggefährt*innen, unser herzliches Beileid aus.“

Die Kölner Landtagsabgeordnete und enge Freundin Berivan Aymaz:

„Mit Doğan verliere ich nicht nur einen entschiedenen Mitstreiter für die Unteilbarkeit der Menschenrechte, sondern auch einen wunderbaren und langjährigen Freund. Unser politisches Engagement war besonders an der Idee des Versöhnens orientiert. Dazu gehörte für Doğan die schonungslose Aufarbeitung gewaltvoller Geschichte wie etwa die des Völkermordes an den Armeniern, genauso wie die Auseinandersetzung mit der Gewaltpolitik der Türkei gegen die Kurden. Diese prägten nicht nur seine literarischen Werke, sie waren auch bis zuletzt seine Lebensaufgabe. Als unermüdlicher Verfechter der Menschenrechte wird Doğan fest im Gedächtnis der Kölner Stadtgesellschaft bleiben. Vor seinem Lebenswerk verneige ich mich in tiefer Verbundenheit. Ruhe in Frieden, mein lieber Freund Doğan!“

Kontakt:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Köln

Moritz Rüger

presse[at]gruenekoeln.de

Tel. 0221-73298- 54


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