Jubiläumsfeier und Rückblick auf drei Jahrzehnte Grün

Im Bürgerzentrum Stollwerk

Nach drei Jahrzehnten einen Rückblick wagen, das ist wirklich spannend. Sofern 1984 keiner der Akteure so richtig in die Partei (Offene Liste) eintreten und dennoch irgendwie mitreden und dabei sein wollte. Frauenlisten wurden aufgestellt. Männer waren Spontis oder Kommunisten,  die Lektüre von „Staat und Revolution“ war angesagt. Basisdemokratie wurde bis aufs Äußerste praktiziert, was nicht immer ein Garant für schnelles Handeln war. „10 Leute beschließen feierlich ein Flugblatt und keiner weiß wer’s macht – keiner macht’s“, Zitat aus dem OV1-Protokoll vom 08.12.1994.


Die Zeiten waren anders, die grünen Themen in Köln auch. „Petting statt Parking“ schaffte es Mitte der Neunziger Jahre sogar in die Bild Zeitung, dabei wurde einfach mal die Kölner Ehrenstraße besetzt. Man hatte Visionen wie in der farbigen Doppelseite im Zeitungsformat aus dem Jahre 1991, wo eine mögliche Wirklichkeit für das Jahr 2011 skizziert wurde. Unter anderem sollte es dann Fahrradhaltestelle in ganz Köln geben. Was immer damit gemeint gewesen sein könnte. Köln zeichnete sich nicht gerade als einer der innovativsten und progressivsten Städte in Westeuropa aus. Sprüche wie „Zürich brennt – Kölle pennt“ machten die Runde.

Auch wenn man insgesamt den Eindruck bekommen könnte, dass der Start und die ersten Jahre der grünen Findung in Köln spurlos an der Entwicklung der geliebten Rheinmetropole vorgegangen sein würde, der irrt. Das erste autonome Frauenhaus wurde eröffnet. Frei-Träger-Modelle für Bürgerzentren wurden entwickelt. Freie und institutionelle Kulturszenen wurden unterstützt. Natürlich wurden Themen wie Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Klimaschutz oder Multi-Kulturelle Gesellschaft propagiert. Was in dieser Zeit noch für wesentlich mehr Furore sorgte, ist heue wie selbstverständlich in der Mehrheitsgesellschaft angekommen.

Deshalb bleibt festzuhalten, dass die Entwicklung der grünen Bewegung in Köln einen durchaus messbaren und nachhaltigen Einfluss auf die Stadt hatte. Wie sagte Alexandra Landsberg, Bezirksvertreterin Innenstadt Mitte der neunziger Jahre und Besetzerin der Ehrenstraße, so schön „Haltet durch, es dauert manchmal länger“.  Auch Ralf Lücks, früher Kölner Aktivist und jetzt Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung meint: „Wir sind nicht überflüssig“. Gerade jetzt, wenn wir in Europa nach Osten schauen, werde einem klar, dass der Freiheitsgedanke nach wie vor verteidigt werden müsse und wir als Grüne uns mit solidarischen Äußerungen nicht zurückhalten können. „Ich wünsche mir mehr europäische Solidarität“, wenn ich nach Spanien schaue, wo 25 Prozent Arbeitslosigkeit herrsche“, so Ralf Fücks weiter.

Nach bewegenden Worten und schönen Erinnerungen gab’s Fingerfood und Fassbier. Leider war der Abend viel  zu kurz, um alle Anekdoten von Barbara Moritz und Elisabeth Thelen an der Bar zu lauschen. Viel Spaß gabs trotzdem. Schön, dat mer dobei waren.

Weitere Online-Meldungen:

http://meine-suedstadt.de/vor-der-haustür/politik/die-bürgerlichen-sind-grün-geworden

http://www.report-k.de/Politik/Lokales/30-Jahre-Koelner-Gruene-im-Rat-und-der-BV-Wir-haben-die-besseren-Antworten-29990
_______________________________________________________________

Dat waren die Eckdaten

Live: Steven Ouma
Live: Steven Ouma
Steven Ouma Band
Steven Ouma Band

Samstag, 29. März 2014, 19.00 Uhr
Bürgerzentrum Stollwerck,

D a s   P r o g r a m m

Rückblicke  
Eine Bildrevue

Talkrunde: Köln- Deutschland – Europa ohne Grüne?

mit
Jörg Frank, grünes Ratsmitglied seit 1989
Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Dieter Göbel, Ex-Vorsitzender GRÜNE im Rat
Alexandra Landsberg, Ex-Bezirksvertreterin Innenstadt und Ex-MdL
Anne Lütkes, frühere Vorsitzende GRÜNE im Rat, OB-Kandidatin 1999
Barbara Moritz, Ex-Bezirksvertreterin und Vorsitzende GRÜNE im Rat
Manfred „Berti“ Waddey, grünes Ratsmitglied der ersten Stunde

Musik
Live! Steven Ouma Band und DJ Jan Ü.