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Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrums eröffnet


Im El-De Haus wurde nun eine neu gestaltete Dauerausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus in Köln eröffnet. Mit einer interessanten Präsentation wird nicht nur Terror und Verfolgung gezeigt. Auch der „eigene" Anteil von Köln am Nationalsozialismus wird gezeigt. Jubelnde Massen bei einem Besuch von Hitler in der Stadt. Judenfeindliche Wagen im Rosenmontagszug 1936. Brüchig wird hierdurch die Legende von der rheinischen Metropole, die seit je liberal, katholisch, autoritätsfeindlich und gegen hohles Pathos war.
  
Wie schwierig die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte war und ist, zeigt der Umgang mit dem El-De-Haus. In den 60er-Jahren erinnerte Sammy Maedge mit selbsterstellten Tafeln und Fotodokumenten an die Nazi-Greuel, er wies dabei auch auf das El-De-Haus hin. In der Ausstellung „Ungesühnte Nazi-Justiz" des SDS im Foyer des Hauptgebäudes der Universität im Jahr 1969 wurde auch auf das El-De-Haus hingewiesen. Der damalige Hauptkustos im Kölnischen Stadtmuseum Max Leo Schwering versuchte nach eigenen Aussagen mit Kulturdezernent, Oberstadtdirektoren und führenden Politikern von CDU und SPD auf die Bedeutung des Hauses hingewiesen - ohne Erfolg. „Sie wollten nicht an das Thema heran. Es war ihnen peinlich oder lästig."

 
1975 berichteten dann Schüler des Hansagymnasiums über das El-De-Haus. Eine Besichtigung der ehemaligen Gestapo-Zentrale wurde ihnen abgelehnt. 1978 gründete sich dann auf Initiative von Kurt Holl und Sammy Maedge die „Initiative für ein Dokumentationszentrum im El-De-Haus". Am 12.12.1978 versuchte dann die damalige Stadtkonservatorin Hiltrud Klier, verwaltungsintern zu intervenieren, um beim damaligen Kulturdezernenten Kurt Hackenberg eine Konservierung der Inschriften in den ehemaligen Zellen zu erreichen. Entscheidend war dann aber eine illegale Aktion von Kurt Holl und dem Fotografen des Kölner Volksblattes, Gernot Huber. Sie ließen sich nachts einschliessen und dokumentierten in hunderten von Fotos die noch vorhandenen Wandinschriften. Presseberichterstattung, insbesondere in Italien und Frankreich, führten dazu, daß die Verwaltungskonferenz am 10. April 1979 beschloß, „daß in den Kellerräumen des El-De-Hauses keine Veränderungen mehr vorgenommen werden." Der Rat beschloß dann im Dezember 1979 die Einrichtung eines „Dokumentationszentrums über die Zeit des Nationalsozialismus in Köln".

vb