#158 - Dezember 2003

LVR-Turm

Stimmen zur Hochhaus-Kontroverse


"Sollte das Gespensterensemble gegenüber dem Dom wirklich gebaut werden, ist angesichts des totalen Wandels des Kölner Stadtbildes und des damit verbundenen Verlustes nur noch Trauer angesagt."
Peter Busmann, Architekt von Philharmonie und Museum Ludwig

"Nicht auszudenken, was wäre, wenn sich aus der Ferne betrachtet die Silhouetten banaler Bürotürme hinter das zum Weltkulturerbe erklärte Wahrzeichen Kölns schieben, die Umrisse der berühmten Kathedrale verunklaren würden. Köln stünde ziemlich blamiert da."
Johannes Schilling, Architekt, Vorsitzender des Gestaltungsbeirats der Stadt Köln

"Besser in Deutz wohnen und Köln sehen, als in Köln wohnen und Deutz sehen."
Victor Hugo, französischer Dichter

"Gegen den geplanten Hochhausturm an der Hermann-Pünder-Straße melde ich meine allergrößten Bedenken an, d.h. ein Hochhaus in unmittelbarer Nachbarschaft vor dem Ostchor des Domes, denn nur der Rhein trennt das Hochhaus vom Dom. Eine unmögliche, unerträgliche Situation würde entstehen, die nicht mehr gutzumachen wäre."
Hanns Schäfer, Kölner Haus- und Grundbesitzerverein

"Die Funktion einer Landmarke wird der Dom verlieren, wenn das Hochhauskonzept umgesetzt wird."
Dr. Brigitta Ringbeck, Delegierte der Kultusministerkonferenz beim Weltkulturerbekomitee der UNESCO

"In Hinblick auf die Skyline der Stadt mache ich mir Sorgen um die möglichen Auswirkungen, die das Hochhausprojekt in Deutz auf die Sichtachsen auf den Dom und vom Dom aus haben könnte."
Francesco Bandarin, Direktor des Welterbezentrums der UNESCO

"Nach einem Jahrhundert stadtplanerischen Respekts vor dem großen Werk des Dombaus erstaunt die Nonchalance, mit der die Kölner ihren Dom verabschieden. Aus der Lokalpresse dieser kunstsinnigen Stadt, die sich um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 bemüht, erfährt der interessierte Kölner Bürger, dass es in erster Linie um Planungssicherheit für Investoren gehe. Köln sollte seinen Dom, diese Ikone abendländischer Religiösität und bürgerlich-humanistischer Kultur, Wahrzeichen der verspäteten Nation und Weltwunder als bauliche Krone hüten, gebührend präsentieren, sein Umfeld von Emporkömmlingen freihalten und seine weithin die Kölner Bucht beherrschende Silhouette vor Verunklarung durch dazwischentretende Bauten schützen."
Christian Schaller, Architekt , Vorstand Bund Deutscher Architekten und zahlreiche Unterzeichner des BDA und des Deutschen Werkbundes

"Man kann die Unesco-Diskussion vernachlässigen. Sie ist wenig differenziert , die Kommission hat sich bisher nicht vor Ort informiert. Im Übrigen ist zu überlegen, was man davon hat, ob der Dom Weltkulturerbe ist oder nicht."
Dr. Uwe Vetterlein, Industrie- und Handelskammer zu Köln

"Es gibt drei Kategorien von deutschen Städten: die Stadtbildbewahrer München, Hamburg und Stuttgart, die Möchtegern- Hochhausstädte Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Köln und die dritte Kategorie, die echte Hochhausstadt Frankfurt."
Marianne Rodenstein, Soziologin

"Es erweist sich als großer Vorteil, dass diese qualitativ hochwertige Architektur der Rheinischen Zusatzversorgungskasse umgesetzt wird. Denn dieser öffentliche Investor kann sich eine Architektur dieser Qualität leisten, weil das Ziel eine langfristige sichere Rendite und nicht der kurzfristige Profit ist. Hier gilt nicht der häufig übliche Grundsatz: Höhe mal Breite gleich Profit. Auch deshalb sind wir von dieser Planung überzeugt."
Norbert Rüther, Ex-Fraktionschef der SPD, 20.9.2001

"Eine richtige Großstadt wird geprägt durch Hochhäuser und Türme."
Fritz Schramma, Kölner Oberbürgermeister, 14.11.2003

"Die größte und älteste Stadt im Westen, der es mit einer Million Einwohner nicht schwer fallen sollte, sich "als richtige" Großstadt zu verstehen, wird nicht durch Hochhäuser und Türme geprägt, sondern durch ein einziges Bauwerk: die gotische Kathedrale"
Andreas Rossmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.03

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