#166 - März 2005

Meinungsforum: „Zukunft der Bühnen!“


Das Gebäude-Ensemble der Kölner Bühnen befindet sich in einem baulich erbärmlichen Zustand. Dies veranlasste CDU und GRÜNE am 25.3.2004, einen Auftrag an die Verwaltung zur „Zukunft der Kölner Bühnen unter Einbeziehung kultur-, stadtentwicklungs- und finanzpolitischer Aspekte“ zu beschließen.
 
Im Beschluss heißt es: „Der Rat der Stadt Köln hat für die zukünftige Entwicklung Kölns die Kultur zu einem der fünf Handlungsfelder im „Leitbild Köln 2020“ bestimmt. ... : „Neue Strategien für die bessere Positionierung des Kulturstandortes sind angesichts finanzieller Engpässe und Standortkonkurrenzen gefragt. Köln setzt auf die bewusste Fokussierung des Kulturangebotes und die innovativen Impulse der freien Szene ... Kunst und Kultur sind unverzichtbare Bestandteile der gesellschaftlichen Grundversorgung ... Die Kulturwirtschaft wird als gleichberechtigter Teil der Gesamtwirtschaft gefördert ... Köln garantiert allen den Zugang zu kulturellen Angeboten. Das vielseitige Kulturangebot ist Ausdruck der unterschiedlichen ethnischen und historischen Prägungen.“

Vor dem Hintergrund dieser perspektivischen kulturpolitischen Zielsetzung sucht die Stadt Köln nach angemessenen Lösungen für die Opern- und Schauspielbühne, deren Gebäude – wie das Gutachten „Bühnen Köln / Oper–Schauspiel Generalsanierung“ (November 2003) von Gerling+Arendt Planungsgesellschaft darlegt – dringend sanierungsbedürftig sind. Diese Lösungen können in einer Bestandssanierung oder in einem Neubau am jetzigen oder einem alternativen Standort bestehen. Neben der näheren Bestimmung des zukünftigen Bedarfs für die Bühnen spielen dabei auch stadtentwicklungs- und finanzpolitische Anforderungen und Rahmenbedingungen eine gleichrangig entscheidende Rolle. Auf Basis des vorliegenden Gutachtens sollen diese Aspekte im einzelnen untersucht werden, um die weiteren Verfahrensschritte und Entscheidungen abwägen und treffen zu können.

Der Rat beauftragt daher die Verwaltung, die verschiedenen Lösungsvarianten für die Generalsanierung bzw. einen Neubau der Bühnen zu prüfen ...“ Soweit der Ratsbeschluss. Nun liegt die geforderte Untersuchung des Planungsdezernenten Streitberger vor, der im Ergebnis die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles und die Beibehaltung von Oper und Schauspiel an diesem Standort empfiehlt. Seitdem ist vor allem über Sanierung oder Neubau eine kontroverse öffentliche Debatte entbrannt. Die Bandbreite reicht von bewahrenden Positionen bis zum „Abriss des Schrotthaufens“ (Elke Heidenreich). Während Bühnen-Intendant Peter Raddatz die Sanierung favorisiert, können sich Opern-Intendant Christoph Dammann und Generalmusikdirektor Markus Stenz für „einen kühnen, zukunftsweisenden Neubau an anderer Stelle vorstellen“. Kämmerer Soenius will das Bühnen-Grundstück zur Neubau-Finanzierung verkaufen. OB Schramma den Riphan-Bau bewahren, aber nicht als Oper nutzen.
Der Rat wird in den nächsten Monaten entscheiden müssen – am besten auf Basis einer breiten und vor allem fundierten Diskussion. Die Grünen fördern eine solche öffentliche Debatte – auch über ihre Medien. Auf der Grünen-Website „www.gruenekoeln.de“ ist ein Meinungsforum eröffnet, an dem sich jede/r beteiligen kann. „Rathaus Ratlos“ publiziert die ersten Statements.
(red)

Theater-Zukunftsfragen
Ohne Übertreibung stehen wir vor der wichtigsten Entscheidung der Kölner Kulturpolitik der nächsten Jahrzehnte und damit vor einer der wichtigsten E