Eckenbrüllerin Nr. 1


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Auch im Kölner Stadtanzeiger kommt die Aktion der Kölner Polizei „Köln steht bei Rot“ (http://www.presseportal.de/text/p_story.htx?nr=921457) nicht einfach nur extrem gut an. Lokalredakteur Carl Dietmar bringt in seinem Kommentar am 6. Januar 07, S.33 ein deutliches Verständnis auf  für „Ein Seniorenpaar, das vor einigen Minuten den Knopf an der Fußgängerampel betätigt und gewartet hat“ und dann „irgendwann kopfschüttelnd über die Straße geht“.

Aber, Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, auch wenn der Stadtanzeiger so etwas schreiben darf -  wir Grüne können uns so etwas nicht leisten. Die Zeiten, wo wir mit der Band „Der Plan“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Plan) „Warum nicht mal bei Rot gehen, warum nicht mal bei Grün stehen“ http://www.lyricsdownload.com/der-plan-da-vorne-steht--ne-ampel-lyrics.html mitsummten, sind vorbei. Und damit würden wir sowieso für Rot statt für Grün Reklame machen. Nein, wir haben uns von der Vergangenheit der Nichtanerkennung des staatlichen Gewaltmonopols a la Joschka schon lange verabschiedet und gehen beim nicht gegenderten Grünen Ampelmännchen.

Vielmehr müssen wir an die Sache politisch rangehen. Was wir bei der Installierung der Grünen Rechtsabbiege-Pfeile versäumt haben – nun wird abgerechnet: mehr Gerechtigkeit.

Die Rechnung geht so:
Im Wechselspiel von Motorverkehr, Radverkehr und Fußverkehr haben die Autos doch lange davon profitiert, dass zu Fuß und au dem Rad bei Rot gegangen wurde! Weil diese Gruppen so wenig bei Grün gingen, konnten so für die Autos lange Grünphasen geschaffen werden! Wenn nun aber bei Rot wir alle, also inkl. Seniorenpaare, Carl Dietmar und Grüne (etwa auch die Polizei selbst?) bei Rot stehen müssen, dann sollten wir als Fuß- und Fahrradpartei beantragen, dass die Grünphasen für uns 20% länger werden.

Das Gleiche gilt auch für den Grünen Pfeil. Da es ihn (noch?) nicht für FußgängerInnen gibt, muss zur ausgleichenden Gerechtigkeit für jeden Grünen Pfeil die Grünphase fürs Fuß- und Fahrradvolk um ebenfalls 20% erhöht werden.

Wenn dann noch, wie in Kiew und Amsterdam gesehen, den Unmotorisierten an den Ampeln signalisiert wird, wie viele Sekunden noch Rot ist, dann fühlen wir uns in Köln wieder richtig wohl. Und gehen nie bei Rot. Haben wir ja sowieso nie gemacht.

6.1.2007 Diana Siebert