Eckenbrüllerin Nr. 9: Danke, Schramma, dass sich die Erde dreht!

Danke, Schramma, dass sich die Erde dreht!
Bau-Wens entdeckt neue Schwerkräfte

IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer hat Kölsche Rotationskräfte fest im
Blick: "Schrammas Entscheidung, nach Peking zu fahren, ist goldrichtig.
Wir können die Wirtschaft nicht ausblenden, was China angeht. Das Land
ist einer der wichtigsten Handelspartner der Welt. Die Erde muss sich
weiter drehen", so die Mischung aus Bauwens und Adenauer im Kölner
Stadt-Anzeiger (26.04.2008:38). Eckenbrüllerin fragt: wie schafft es
eine Schwerkraft wie Schramma dann eigentlich zurückzukommen?

(Diana Siebert)

Eckenbrüllerin Nr. 8: Der Name der Kölnarena muss gerecht sein

Die Kölnische Rundschau weiß:
Die Betreiber der Kölnarena wollen den Namen gewinnbringend verkaufen. Aber warum ist ausgerechnet die Telekom im Gespräch? Diese Rad-Ab-Firma stößt Eckenbrüllerin sauer auf.

Besser wäre es da schon, wenn die ach so schuldenfreie Stadt Düsseldorf die Kölnarena sponsern würde - eine Düsseldorf-Arena auf der Schäl Sick wäre endlich der Einstieg ins 21. Jahrhundert, den Köln immer noch braucht.

Wenn wir die Mantelbebauung mal weglassen: An dem Ausgleich der Verluste der Kölnarena beteiligt sich die Stadt Köln mit keinem Cent. Klar, dass das Ding dann nicht weiter Kölnarena heißen darf. Eckenbrüllerin, Rächerin der Gerechten, kommt in ihrer Quadratlogik daher schnurstrackts zu dem einzig möglichen Ergebnis: das Henkelmännchen muss offiziell "Esch-Fonds-Arena" heißen. "Die haben es sich wirklich verdient!", so Eckenbrüllerin abschließend.

(Diana Siebert)

 

Eckenbrüllerin 2007

Eckenbrüllerin Nr. 7: Wer wird Präsident unter Putin

Wer wird Präsident unter Putin?

Von: Diana Siebert[ 8.10.07 10:12]

Vladimir Putin wird Spitzenkandidat der Russischen Einheitspartei, pardon – Übersetzungsfehler: Partei Einheitliches Russland.
Das heißt: Vladimir Putin wird demnächst Ministerpräsident von Russland. Doch wer wird unter ihm Russischer Präsident? /Eckenbrüllerin/, Chef-Kreml-Astrologin der angesehenen Wirtschaftsweisen, weiß: Pawlowski oder Surkow haben eine eigene Meinung – das ginge nicht. Der jetzige MinPrä Subkow hört sich zu ähnlich wie Surkow an – keine Rochade! Bleibt nur einer, der im Traum nicht gegen Putin brabbeln würde:

Ostseepipelineaufsichtsratschef Gerhard Schröder.

Eckenbrüllerin Nr. 6: 1, 2, 3 – schon sind wir schuldenfrei

Dieser Tage ließ sich Düsseldorfs OB Erwin feiern. Die Stadt sei angeblich schuldenfrei. 250 Mio € sind es noch, wenn man ganz genau hinsieht.  Erwin hat in den letzten Jahren alles, was nicht niet- und nagelfest ist, verkauft. Im großen Stil wurden städtische Vermögenswerte privatisiert. Düsseldorf ist nun allein von Steuereinnahmen abhängig – insbesondere die Gewerbesteuer. Daraus muss nun der gesamte Aufwand (Verwaltungshaushalt) gedeckt werden.  Von der Gewerbesteuer ist bekannt, dass sie nicht verlässlich ist. Sie ist höchst konjunkturanfällig und immer wieder Objekt steuerpolitischer Deals der Bundespolitik. Ein riskantes Unterfangen. Köln hat einen starken Stadtwerkekonzern, wovon der Stadthaushalt nicht nur durch satte Millionenausschüttungen profitiert. Köln hat übrigens auch mit der GAG AG ein starkes Wohnungsunternehmen, das 2002 für klägliche 430 Mio € verscherbelt werden sollte. Damals konnte der Rat ganz knapp den neoliberalen Klüngel stoppen, dem auch OB Schramma angehörte. Dieser zeigt sich im Gegensatz zu Erwin lernfähig: Für ihn ist ein Verkauf nun kein Thema mehr. Die GAG sei für das soziale Gleichgewicht wichtig.

Besser eine späte als gar keine Einsicht.  

Ignatz Igel

 

Ignatz Igel ist Ratsreporter für „Rathaus Ratlos“, Newsletter der GRÜNEN im Kölner Rat

 

Eckenbrüllerin Nr.5: Erste Liga nur rechtsrheinisch? Die Antwort heißt Sarkozy

 Mit dem Abstieg der Traditionsvereine Borussia Mönchengladbach, 1. FSV
 Mainz 05 und Alemannia (!) Aachen aus der ersten Liga gibt es keinen
 linksrheinischen Bundesligaverein mehr.

 Berti Waddey, Kreiskassierer der Kölner Grünen, hält damit den Limes für überschritten: "Da steckt mehr dahinter. Man muss das politisch sehen. Die linksrheinische Zivilisation wird von den Barbaren in Berlin, Hamburg und München systematisch weggedrückt".

 Er hat auch eine Lösung parat: "Die linksrheinischen Gebiete sollten Frankreich beitreten. Im Vereinigungsvertrag sollte festgeschrieben werden, dass die sechs linksrheinischen Zweitligisten Mönchengladbach, Aachen, Mainz, Köln, Koblenz und Kaiserslautern in der Ersten französischen Liga mitspielen."

"Durch den Zugang in die erste Liga können sich die Links-Rheinländer endlich wieder mit ihrer Heimat identifizieren", sekundiert Vorstandsmitglied Björn Troll: "und kölsche Tön hätten in Frankreich größere Chancen als in Deutschland bei der Nominierung zum Concours Eurovision de la Chanson", weiß Troll.

"Sobald wir genug MitstreiterInnen haben, werden wir uns an den neuen französichen Präsidenten Sarkozy wenden", so Waddey, der auch sportpolitischer Sprecher der Kölner Grünen ist: "Wir hätten zwar lieber Frau Royal im Elysee-Palast gesehen. Aber die Würde des Fußballs gebietet es, mit jedem Präsidenten zu sprechen. Und: Frankreich kann man nur von innen her verändern."

Eckenbrüllerin Nr.4: Für Marlar zum Ersten Geburtstag am 30. März 2007

Ein Limerick

Ich kannte in Köln'n Elefanten,
der lebte im Zoo bei sein'n Tanten.
er war schwer zu sehn,
drum blieb ich nicht steh'n,
und fuhr zu den Trümmern nach Xanten.

(Diana Siebert)

Eckenbrüllerin Nr.3: Ignatz Igel: Karnevalsstimmung

Die Stimmung ist aufgeräumt. Zum Stimmungshoch trägt offenbar der Konjunkturaufschwung bei. Die IHK verzeichnet zufriedene Unternehmer.
Stadtspitze und Rat freuen sich über 1 Milliarde Gewerbesteuereinnahmen in 2006. Der Einspardruck scheint wie verflogen, ebenso das ätzende Nörgeln der IHK am rot-rot-grünen Terrorregime im Kölner Rat, das angeblich zu Kölns wirtschaftlichem Untergang führe.
In 2006 haben sich so viele Firmen wie lange nicht mehr für Investitionen in Köln entschieden. Microsoft kommt, AMB Generali, ABN AMRO, Peugeot, der Wirtschaftsverlag Wolters Kluwer (u.a. Luchterhand, Dt. Wirtschaftsdienst) auch und der Lufthansa-Konzernsitz bleibt in Köln. Nicht trotz sondern wegen SPD/GRÜNE + Linke-Ratsmehrheiten!

Da ist die IHK sprachlos. Der Neubau sei so Lufthansa-Vorstand Stephan Gemkow sogar bewusst karnevalstauglich ausgelegt. Karneval etwa als positiver Standortfaktor? Das erschüttert zusätzlich das Weltbild der IHK-Spitzenfunktionäre.

Tröstlich für sie, dass die CDU nun mit der SPD einen alten ideologischen Kadaver revitalisieren will.
Nach über 20 Jahren soll der Godorfer Hafen vielleicht doch noch ausgebaut werden. 60 Mio € Fehlinvestition. Ein Hafen am Tropf der Stadtfinanzen. Was für die NRW-SPD die Steinkohle war, soll nun für OB Fritz Schramma und die KölschCDU um Winrich Granitzka der Hafenausbau werden. Offenbar als Gegengift gegen den weiteren Fall in die Bedeutungslosigkeit. Das ist nicht ungefährlich.

In dieser Session ist CSU-Chef Edmund Stoiber sehr gefragt, jedenfalls als Kostüm.
Nach den ganzen Querelen sei der scheidende CSU-Politiker bei den Jecken überaus beliebt. „Stoiber-Masken verkaufen sich super“, so die Einzelhändler.
In der Session 2009 haben Fritz und Winrich alle Chancen Edmund zu beerben: Dunkle Perücke, Schnauzbart, Hemd, Krawatte ... und fertig.

Alaaf! Euer Ignatz Igel

*Ignatz Igel ist Ratsreporter für "Rathaus Ratlos",
Newsletter der Grünen im Kölner Rat

 

Eckenbrüllerin Nr.2: nicht "Köln steht bei Rot", sondern "Köln geht beim Grünen Pfeil"!

"Kein Anschluss unter dieser Nummer", forderten sowohl die Grünen als auch Bündnis 90 in der Wendezeit, als sie sich als Parteien noch nicht vereinigt hatten. Letzlich kam es dann am 3. Oktober 1990 doch zu dem Anschluss der DDR als "Fünf neue Bundesländer" unter der "Nummer §23" des Grundgesetzes.
Um aber wenigstens eher symbolisch ein bisschen DDR in das Neue Deutschland rüber zu retten, wurden vom System Kohl vier Maßnahmen durchgeführt:
Erstens wurde das gewaschene Geld aus der Vereinigungskriminalität abgeschrieben. Damit dies vergessen wurde, wurde zweitens das Ostsandmännchen übernommen, auf dass es auch den erwachsenen Fans Sand in die Augen streue. Drittens machte der Schwulenverband Deutschland (SVD) eine Westerweiterung und wurde später zum heutigen LSVD. Viertens aber wurde der Grüne Rechtsabbiege-Pfeil bis ins hillige Kölle exportiert.

Viele LeserInnen hatten in unserer letzten Eckenbrüllerei nicht die Anspielung
verstanden. Deshalb kommen wir darauf zurück. Ja, die Grünen waren und sind
gegen den Grünen Rechtsabbiegepfeil! Dies hat allerdings zu Verwirrung in der Grünen Farbenlehre geführt: Grün gegen Grün?

Eckenbrüllerin weist den Ausweg: Die Grünen sind ab sofort für den Grünen
Rechtsabbiegepfeil, allerdings natürlich nur für FußgängerInnen. Das bedeutet
konkret durchbuchstabiert: Autos dürfen nicht mehr bei Rot rechts um die Ecke; in diese Marktnische treten nun die FußgängerInnen.

Das Fußvolk darf ab sofort bei Rot rechts abbiegen. Entscheidend ist also in Zukunft nicht, ob eine Fußgängerin oder ein Fußgänger bei Rot rüber geht - entscheidend ist, ob die Absicht bestanden hat, die Straße woandershin zu kreuzen, dann aber doch in einer Rechtswendung den in Köln zwei roten Männchen entgegen zu laufen.
Für die Einführungsphase beantragen die Grünen die Postierung von PolizeipsychologINnen, SchülerlotsInnen und StreetworkerInnen, die mit einem
niederschwelligen Angebot mit den VerkehrsteilnehmerInnen diese Rechtsdrehung einüben, sobald die Grünen Fußgängerpfeile
montiert sind.

Übrigens: Die ganze Kampagne, das Ost-Ampelmännchen EU-weit zu etablieren,
ist nichts als ein grandioser Ablenkungsversuch von dem Grünen Pfeil für
FußgängerInnen. Nichts als Augenwischerei.
Wir fordern freien Gang für freie Bürger - im rheinischen Kapitalismus.

Eckenbrüllerin Nr.1: Für mehr Gerechtigkeit bei der Aktion „Köln steht bei Rot“

(alle Links extern)

Auch im Kölner Stadtanzeiger kommt die Aktion der Kölner Polizei „Köln steht bei Rot“ (http://www.presseportal.de/text/p_story.htx?nr=921457) nicht einfach nur extrem gut an. Lokalredakteur Carl Dietmar bringt in seinem Kommentar am 6. Januar 07, S.33 ein deutliches Verständnis auf  für „Ein Seniorenpaar, das vor einigen Minuten den Knopf an der Fußgängerampel betätigt und gewartet hat“ und dann „irgendwann kopfschüttelnd über die Straße geht“.

Aber, Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, auch wenn der Stadtanzeiger so etwas schreiben darf -  wir Grüne können uns so etwas nicht leisten. Die Zeiten, wo wir mit der Band „Der Plan“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Plan) „Warum nicht mal bei Rot gehen, warum nicht mal bei Grün stehen“ http://www.lyricsdownload.com/der-plan-da-vorne-steht--ne-ampel-lyrics.html mitsummten, sind vorbei. Und damit würden wir sowieso für Rot statt für Grün Reklame machen. Nein, wir haben uns von der Vergangenheit der Nichtanerkennung des staatlichen Gewaltmonopols a la Joschka schon lange verabschiedet und gehen beim nicht gegenderten Grünen Ampelmännchen.

Vielmehr müssen wir an die Sache politisch rangehen. Was wir bei der Installierung der Grünen Rechtsabbiege-Pfeile versäumt haben – nun wird abgerechnet: mehr Gerechtigkeit.

Die Rechnung geht so:
Im Wechselspiel von Motorverkehr, Radverkehr und Fußverkehr haben die Autos doch lange davon profitiert, dass zu Fuß und au dem Rad bei Rot gegangen wurde! Weil diese Gruppen so wenig bei Grün gingen, konnten so für die Autos lange Grünphasen geschaffen werden! Wenn nun aber bei Rot wir alle, also inkl. Seniorenpaare, Carl Dietmar und Grüne (etwa auch die Polizei selbst?) bei Rot stehen müssen, dann sollten wir als Fuß- und Fahrradpartei beantragen, dass die Grünphasen für uns 20% länger werden.

Das Gleiche gilt auch für den Grünen Pfeil. Da es ihn (noch?) nicht für FußgängerInnen gibt, muss zur ausgleichenden Gerechtigkeit für jeden Grünen Pfeil die Grünphase fürs Fuß- und Fahrradvolk um ebenfalls 20% erhöht werden.

Wenn dann noch, wie in Kiew und Amsterdam gesehen, den Unmotorisierten an den Ampeln signalisiert wird, wie viele Sekunden noch Rot ist, dann fühlen wir uns in Köln wieder richtig wohl. Und gehen nie bei Rot. Haben wir ja sowieso nie gemacht.

6.1.2007 Diana Siebert