Einwohnerbefragung am 10.07.2011 – NEIN zum Ausbau des Godorfer Hafens!

04.07.11 | Kreisverband

1. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

2. Atomkraftwerke sind sicher.

3. Der Hafenausbau in Godorf ist alternativlos.

Drei Zitate. Drei Aussagen aus unterschiedlichen Zeiten und Zusammenhängen, hinter denen der Versuch steht, im Brustton der Überzeugung Gegenargumente von vornherein auszuschließen.

Der Kreisverband der Kölner GRÜNEN hat diese drei Zitate aufgrund ihres formallogischen Zusammenhangs als Motiv für ein Plakat in der Kampagne zur Einwohnerbefragung zum Godorfer Hafenausbau gewählt. Über Inhalt und Form des entsprechenden Plakates hat ein Grünes Kampagnenteam gemeinsam entschieden.

In diesem Team waren alle Teile der GRÜNEN in Köln repräsentiert. Uns war bewusst, dass wir mit diesem "Zitate-"Plakat polarisieren werden. Unser Ziel ist es, die Befürworterparteien des Hafenausbaus in die Diskussion zu zwingen. Die Einwohnerbefragung kann und soll nicht als eine weitgehend geräuschlose, pseudo-direktdemokratische Legitimation für eine Ratsentscheidung herangezogen werden. Und genau diesen Ansatz scheinen die Befürworter gewählt zu haben! In einer kontroversen Debatte, die seit vielen Jahren nicht wirklich weiter kommt, wurde zwar aus gutem Grund der Weg einer Bürgerbeteiligung durch den Kölner Rat gewählt.

Aber die Befürworter haben sich zunächst aus der öffentlichen Debatte weggeduckt und versucht, ihre Kampagne auf eine „Hafenzeitung“ der Kölner Hafengesellschaft HGK und einige wenige Plakate zu reduzieren. Mit welchem Ziel? Wir meinen: Hier sollen die Kölner Bürgerinnen und Bürger ein vorgeblich „alternativloses“ Vorhaben abnicken. Und den Befürwortern nutzen alle, die n i c h t ihre Stimme abgeben!

Selbstverständlich ist dieses Plakat ironisch-überspitzt. Wir denken, Plakate dürfen
dies sein – als Ergänzung zu unserer inhaltsstarken Kampagne, die viele sachliche
Informationen bietet. Worum es uns bei diesem Plakat geht, ist, die Kölner
Bürgerinnen und Bürger zum Hinsehen und zum Nachdenken anzuregen. Zum
Nachdenken über eine Form der Kommunikation, die wir als gefährliche Politsprache empfinden.

Tatsächlich hat die Kölner Hafengesellschaft HGK den Ausbau des Godorfer Hafens als alternativlos bezeichnet.
(Quelle: www.spdniehl.de/Faktenpapier_Godorfer_Hafen_071009.pdf).

Wir halten es hier mit der Gesellschaft für deutsche Sprache, die im Jahr 2010 das Wort „alternativlos“ zum Unwort des Jahres gekürt hat und dies mit folgender Begründung: Das Wort suggeriere sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art seien 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohten, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.
(Quelle: Wikipedia)

Uns geht es mit unserem Plakat darum, zu sensibilisieren: Für Aussagen, die
scheinbare Wahrheiten verkaufen wollen, die Behauptungen als faktisch darstellen.
Wir wollen, dass Menschen die unser Plakat lesen, dazu motiviert werden, über
Alternativen nachzudenken.

Für den Kreisvorstand
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN KÖLN
Katharina Dröge, Katja Trompeter, David Jacobs