GRÜNE fordern Maßnahmen gegen Insektensterben

10.11.17 | Kreisverband, Pressemitteilungen

Es gibt alarmierende Nachrichten aus der Wissenschaft: Eine Langzeitstudie in über 60 deutschen Schutzgebieten ergab einen Rückgang geflügelter Insekten (z. B. Bienen und Schmetterlinge) um mehr als 75 % in den letzten Jahren (Hallmann CA et al., 2017: More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas. PLoS ONE12/10). Dies hat dramatische Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem und damit auch auf den Menschen. Als Hauptursachen gelten der Verlust von artenreichen Lebensräumen, der übermäßige Einsatz von Pestiziden, Neonicotinoide und Kunstdünger sowie Luftverschmutzung und Klimawandel.

Auch wenn es starke Indizien für diese Ursachen gibt, fehlen konkrete Untersuchungen für Städte wie Köln. Aufgrund der bisherigen dramatischen Forschungsergebnisse, können wir es uns aber nicht leisten länger zu warten. Deshalb regen die GRÜNEN in Köln folgende Sofortmaßnahmen an:
Städtische Grünflächen sollen in größeren Intervallen gemäht werden (Verringerung der Mahdfrequenz), damit Insekten wieder mehr Nahrung finden können. Nur auf neu zu definierenden Flächen, die intensiv zur Erholung genutzt werden, wie z. B. am Aachener Weiher, soll die bisherige Mahdfrequenz bestehen bleiben.

Die Pächter von landwirtschaftlich genutzten städtischen Flächen sollen bei der ökologischen Pflege der „ökologischen Vorrangflächen“ unterstützt werden. Der Einsatz von Pestiziden, Neonicotinoide und von Kunstdünger soll so schnell wie möglich drastisch reduziert werden. Bei Neuverpachtungen sollen Biobauern bevorzugt werden.

Um eine bessere Vernetzung zu gewährleisten sollen Brachflächen und Ackerrandstreifen aktiv mit insektenfreundlichen Pflanzen bepflanzt werden. Diese können als Verbindungskorridore zwischen größeren Lebensräumen fungieren und so eine zentrale Funktion im Ökosystem Stadt ausfüllen.
Um die ökologische Vielfalt in der Stadt zu erhöhen, soll Urban Gardening auch in öffentlichen Grünflächen stattfinden dürfen. Die Verwendung heimischer Bäume und Pflanzen, die dem Konzept der Essbaren Stadt entsprechen, soll konsequent fortgesetzt werden.

Es soll eine umfassende Information der Bevölkerung über die naturnahe Gestaltung von Privatgärten, Balkonbepflanzungen und Kleingärten, das Aufstellen von Insektenhotels oder Dach- und Fassadenbegrünung stattfinden.

Dazu erklärt Frank Jablonski, Vorsitzender der GRÜNEN in Köln: „Das aktuelle Insektensterben zeigt die dramatischen Auswirkungen von Luftverschmutzung und dem gedankenlosen Einsatz von Pestiziden, Neonicotinoiden und Kunstdünger in der Vergangenheit. Die Stadt Köln muss jetzt zügig Maßnahmen ergreifen, um das Verschwinden unserer Lebensgrundlagen zumindest einzudämmen. Deshalb begrüßen wir, dass das schwarz-grüne Gestaltungsbündnis Gelder für Fassaden- und Dachbegrünung zur Verfügung stellt.“

Katja Trompeter, Vorsitzende der GRÜNEN in Köln, ergänzt: „Wir brauchen eine Stadt, in der ökologische Zusammenhänge respektiert werden, in der es saubere Luft gibt und die ohne den Großeinsatz von Pestiziden auskommt.“

Kontakt: Frank Jablonski