Antrag: Werbung im Stadtbild

Geänderter Antrag an Kreis MV 21. 4. 2012

Betrifft: Werbung im Stadtbild

Die Kreis-Mitgliederversammlung möge beschliessen:

Die Kreis-Mitgliederversammlung begrüßt die Kündigung des Werbenutzungsvertrags über die Nutzung von Werberechten im öffentlichen Raum durch den Rat der Stadt Köln am 20. 12. 2011.

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Rat wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass bei der Neu-Vergabe von Werberechten kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum auf Litfaßsäulen, U-Bahnstationen und KVB-Fahrzeuge beschränkt wird.


Begründung:

Durch den Werbenutzungsvertrag von 1994 zwischen der Stadt Köln und der Stadtwerke GmbH ist Köln mit hunderten Werbetafeln überzogen worden. Diese Form der Überantwortung öffentlichen Raums an kommerzielle Interessen hat flächendeckend zu einer Verschlechterung des Stadtbildes geführt:

Großflächige Werbung in überdimensionierten Leuchtkästen verstellt vor allem in Bezirken außerhalb der Innenstadt den Blick auf Sichtachsen, Stadtgrün und Gebäude, und damit auf die Stadt Köln als gewachsenen urbanen Raum.

Reklametafeln in dieser Dimension lenken außerdem Autofahrer ab und gefährden Fußgänger, weil die Aufmerksamkeit verlangenden Werbebotschaften die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen beeinträchtigen.


An vielen Orten auf der Welt treten Bürgerinnen und Bürger für die Rückeroberung des öffentlichen Raums ihrer Städte ein. In der brasilianischen Metropole Sao Paulo herrscht seit 2007 ein Werbeverbot im öffentlichen Raum. Bürgerinnen und Bürger zeigen sich hoch zufrieden, weil somit zum ersten Mal seit Jahren wieder ein freier Blick auf die Architektur der Stadt möglich ist. In der Schweiz fordert eine Initiative „Freie Sicht auf Zürich“ die Verbannung von großflächiger Werbung aus der Stadt.

Auch in Köln ist das Erscheinungsbild der Stadt seit langem Diskussionsthema. Nach der inzwischen erfolgten Kündigung des Werbenutzungsvertrags besteht die Chance, bei einer Neuvergabe der Werbenutzungsrechte durch eng gefasste Kriterien einen entscheidenden Beitrag zur attraktiven Stadtgestaltung zu leisten.

Antragstellerin: Claudia Pinl aus dem OV Sülz