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Strom, Kohle, Klimawandel: Aktuelle Diskussion und Veranstaltungen


Veröffentlicht am: 14. März 2007

• Die Debatte über den Wechsel des Stromanbieters in Köln. Aktualisiert: Leserbrief von Harmut Neugebauer
• Die Diskussion über neue Kohlekraftwerke am 14.März

 

Artikel (externer Link) über die Veranstaltung in Koeln-Nachrichten.de

"Neue Kohlekraftwerke und ambitionierter Klimaschutz - passt das zusammen?"

Der Bezirksverband Mittelrhein von Bündnis 90/DIE GRÜNEN lädt ein zur Veranstaltung:

Mittwoch, 14. März 2007, 19.30 Uhr
Verwaltung des Landschaftsverbands Rheinland, Köln-Deutz
Horion-Haus, Hermann-Pünder-Str. 1, Raum "Wupper"

 Es referieren und diskutieren:

  • Dr. Reinhard Loske (MdB), Klimaexperte der GRÜNEN Bundestagsfraktion
  • Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie Köln
  • Dipl.-Ing. Sven Becker, Geschäftsführer des Stadtwerkeverbunds Trianel

Moderation: Reiner Priggen (MdL), energiepolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion NRW

 

Stromversorgerwechsel: Gut fürs Klima?! – ein Streitgespräch

Am 8. März fand ab 20 Uhr im grünen Zentrum am Ebertplatz 23 ein Veranstaltung des Ortsverbandes Innenstadt/Deutz statt.

Diese Veranstaltung ist der 2.Teil der umweltpolitischen Reihe:
"Köln handelt Grün-kommunale Initiative für Ökologie". Die Reihe ist  eine gemeinsame Initiative vom Ortsverband Innenstadt/Deutz und dem Kreisverband.

Das Streitgespräch setzt die aktuelle Debatte in der Ratsfraktion und dem Rathaus Ratlos fort (s.u.)

       TeilnehmerInnen:

  • Frau Mona Neubaur von Naturstrom
  • Herr Germeroth von der ASEW
  • Dr. Sabine Müller
    Mitglied des Rates und umweltpolitische Sprecherin
  • Gerd Brust
    Mitglied des Rates und energiepolitischer Sprecher
  • Vertreterin / Vertreter der ASEW (angefragt)

Stromanbieterwechsel in Köln?

Pro und Kontra aus dem aktuellen Rathaus Ratlos: Während Sabine Müller für einen Wechsel von Rheinenergie plädiert, spricht sich Gerd Brust für "energreen" aus, dem Label der Stadtwerke. [mehr...]

Diana Siebert setzt sich in einem Leserinbrief für den Wechsel von Rheinenergie ein:

Stromwechseldebatte in Köln

Leserinbrief zu Gerd Brusts Beitrag „Nein, danke! In Köln nicht nötig!“ im Artikel „Stromwechsel? Pro und Kontra“ in Rathaus Ratlos 181, 02/2007, S. 4 von Diana Siebert     24.02.2007

Was soll der Stromanbieterwechsel?
Dem Beitrag von Gerd Brust liegt ein Missverständnis zu Grunde. Das Missverständnis ist: wer von den Atom- und Kohlestromfirmen weg zu Greenpeace Energy, Naturstrom, Elektrizitätswerke Schönau oder zu Lichtblick wechselt, will damit nicht unbedingt irgendwelche Firmen fördern oder finanzieren, die regenerative Energien produzieren. (Schließlich gehören zu den regenerativen Energie­erzeugern auch Staudämme in China , Türkei oder Deutschland. Auch wird durch den Stromversorgerwechsel nicht angestrebt, die Landschaft mit Energiepflanzen voll zu bauen und dafür Wälder zu roden.) Gerd Brust schreibt, der Stromanbieterwechsel „nutzt der Umwelt nichts, weil dadurch keine einzige neue Anlage [Gemeint ist eine „regenerative“] entsteht“. Soll doch aber auch gar nicht unbedingt! Durch den Wechsel soll lediglich angezeigt werden: No Atomstrom in my Wohnhome - Keine Kohle für Kohle. Dass Atom- und Kohlenstrom nach wie vor Absatz finden wird, solange nur - wie derzeit - 300.000 KundInnen Naturstrom kaufen, braucht uns nicht vorgerechnet zu werden.

Auch ob durch den Stromanbieterwechsel der Naturstrom teurer oder billiger, ob der Atomstrom dadurch billiger oder teurer wird  - ist zunächst egal. Auch hat niemand gesagt, dass sich gute Energiepolitik oder persönliches Energiesparen / Energieeffizienz durch den Stromanbieterwechsel erübrigen, wie man aus Gerd Brusts  letztem Absatz herauslesen könnte. Auch der ökoigste Ökostrom ist nicht positiv, sondern nur „weniger schädlich“ für die Umwelt.  Wenn ich von der Rheinenergie AG weggehen werde, werde ich bestimmt nicht denken, das nun die Rheinenergie AG machen kann, was sie will, nur weil ich nicht mehr Kundin bin.

energreen
Gerd Brust lobt den Ökostrom „energreen“, den auch die Rheinenergie AG anbietet. Was ist energreen? Bei energreen muss auf den normalen Strompreis bis zu 4,76 Cent  je Kilowattstunde aufgezahlt werden. Dadurch müssen die energreen-KundInnen für den selben Strom 4,76 Cent mehr zahlen als die Normalos. Diese bis zu 4,76 Cent werden der Rheinenergie geschenkt, damit sie irgendwelchen Ökostrom produzieren kann. Genauso gut könnten die energreen-KundInnen mit dem Geld auch selbst eine Firma aufmachen, die z.B. in Bilderstöckchen Kraft-Wärme-Kopplung macht, wenn  - ja wenn es genug Leute gäbe, die so blöd sind, energreen von der Rheinenergie AG zu kaufen. Die gibt es aber zum Glück nicht. Denn energreen  ist nicht nur wie beschrieben eine Diskriminierung der Ökokunden gegenüber den Normalos, sondern energreen ist auch teurer als die vier Firmen aus der Stromwechselkampagne

Köln, die Rheinenergie, die KVB und das Stadion
Nun zum Argument, dass die Rheinenergie etwas für Köln tut – also für uns alle. Insbesondere die Subventionierung der KVB durch die Rheinenergie AG kann doch gerade uns Grünen nur Recht sein – oder? Zunächst gilt auch hier, dass wir die KVB auch selbst fördern können, anstatt das Geld freiwillig der Rheinenergie AG zu geben, die es dann hoffentlich der KVB weitergibt. Das müsste gar nicht mal heißen, dass wir das Geld der KVB einfach überweisen – wir könnten auch unserer Schwägerin ein Abo schenken oder das Geld zweckgebunden für die  - bei der Haushaltsdebatte von uns geforderte - Ökologisierung des Fuhrparks spenden. Aber die Rheinenergie macht auch andere Sachen, die mir  - und das will ich als reine Geschmackssache verstanden wissen! - nicht gefallen , wie zum Beispiel die Förderung des Rheinenergie-Stadions. Abgesehen davon ist es systemisch nicht korrekt, dass die RE AG die KVB direkt quersubventioniert. Korrekt wäre es, wenn die RE AG an die Stadt und diese an die KVB, Kulturvereine, Stadien u.ä. zahlt. Und dass Subventionierungen, und sei es der KVB, nicht immer nur gute Wirkungen haben, erwähne ich nur am Rande, weil das schon wieder eine andere Diskussion ist.

Wenn die Rheinenergie mich halten will, dann muss sie mir zumindest den Ökostrom zu gleichen Preisen anbieten wie den anderen, die keinen Ökostrom beziehen. Alles andere würde ich als ungerecht empfunden. Zwar weiß ich, dass Strom aus regenerativen Quellen teurer ist, aber die Subventionierung über das EEG ist ja nun einmal gewollt !

Kölner Ökostromfirma gründen!
Die Rheinenergie AG gehört zu 80 % der - direkt und indirekt vollständig städtischen GEW Köln AG, und - aus historischen Entflechtungs-Gründen - zu 20% dem Atomkonzern RWE. Wenn wir also Natur-Strom kaufen und gleichzeitig etwas für Köln tun wollen,  - warum macht die Stadt Köln nicht dasselbe wie Lichtblick und gründet eine Ökostrom-Tochter – eventuell über die GEW, die ja auch Netcologne und Brunata besitzt? Viele KundInnen  würden dann lieber das Geld an die Stadt Köln geben als an „Hamburger Unternehmerfamilien (wie 200.000 KundInnen bei Lichtblick) oder nach „Schönau“, wo kaum einer weiß , wo das liegt. Es kann dann auch grundsätzlich gewährleistet werden, dass diese städtische Firma nicht bei Firmen kauft, die selbst wiederum Atomstrom zukaufen.

Worauf es in erster Linie ankommt
Viele der Argumente von Gerd Brust beziehen sich jedoch, obwohl in seiner Überschrift von Köln die Rede ist, gar nicht nur auf Köln. Insbesondere ist hier sein Argument zu nennen, dass sich die Firmen  - auch die Naturstromfirmen - solange gegenseitig Strom verkaufen verkaufen können, bis nicht mehr klar ist , ob es sich doch um Atomstrom handelt. Tatsächlich braucht die Stromwechselkampagne noch viel mehr KundInnen, damit die kritische Masse erreicht wird, dass Atomstrom nicht mehr absetzbar ist.

Deshalb sollten wir auch den Wechsel zu den Naturstromfirmen und die Gründung einer Naturstrom-Firma der Stadt Köln nur als einen Teil der zu tuenden Dinge ansehen. Wichtiger sind Energiesparen und Energieeffizienz. Denn es ist wie beim Müll: nur vermiedener Strom ist guter Strom. Nochmal: Auch der Ökostrom hat Teil an der Umweltzerstörung, nur eben in geringerem Maße als Atom- oder Kohlenstrom. Hierauf sollten wir die Akzente in der Klimakampagne der Kölner Grünen in 2007 legen.

Quellen:
Konzernstruktur der Stadtwerke Köln AG
energreen der Rheinenergie – Preisgestaltung und Verwendung:

Die 4 Ökostromer:
www.atomausstiegselbermachen.de

 

Harmut Neugebauer schreibt: egal ob Naturstrom & Co oder "energreen" von Rheinenergie, beides ist besser als Nichtstun.  [mehr...]


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