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Wirtschaft ohne Raubbau: Ratsbündnis startet Pilotprojekt für „Gemeinwohl-Bilanzen“ von Kölner Unternehmen

Ratsfraktion
Veröffentlicht am: 03. September 2021

Wenn Unternehmen eine Bilanz aufstellen, geht es um finanzielle Stabilität – was fehlt, sind die sozialen, ethischen und ökologischen Aspekte des Wirtschaftens. Eine „Gemeinwohl-Bilanz“ macht sie sichtbar. Das Mehrheitsbündnis im Kölner Rat aus GRÜNEN, CDU und Volt will auf der Ratssitzung am 16. September mit einem gemeinsamen Antrag eine Pilotphase für Gemeinwohl-Bilanzen von Kölner Unternehmen auf den Weg bringen.

Zwei städtische Unternehmen sowie acht weitere Kölner Unternehmen sollen für das Jahr 2022 eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen. Je besser sie in verschiedenen vorgegebenen Gemeinwohl-Bereichen abschneiden, desto positiver fällt ihre Bilanz aus. Es geht zum Beispiel um Bereiche wie Menschenwürde in der Zulieferkette, Umweltschonende Produktionsverfahren oder Mitentscheidung für Mitarbeiter*innen.[1]

Zum Antrag: https://wolke.netzbegruenung.de/s/5Kz9ejjaNpPtWPQ

Dazu sagt Sandra Schneeloch, Finanzpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Kölner Rat:

„Die Wirtschaft dient den Menschen, nicht umgekehrt.Gerade in einer Zeit riesiger gesellschaftlicher Herausforderungen brauchen wir Unternehmen, die umweltschonend, fair und sozial handeln. Die Gemeinwohl-Bilanz zeigt ihnen, wo sie erfolgreich sind und wo sie sich noch strecken müssen. So helfen wir unseren Unternehmen ihr Geschäft zukunftsfest zu machen.“

Niklas Kienitz, CDU-Fraktionsgeschäftsführer und Mitglied im Finanzausschuss, ergänzt:

„Mit dem Instrument der Gemeinwohl-Bilanzierung können Kölner Unternehmen nachweisen, dass sie nicht nur wirtschaftliche Ziele im Blick haben. In der Bilanzsumme werden dann Unternehmensziele sichtbar wie Nachhaltigkeit, Solidarität oder Wahrung der Menschenrechte. Mit einer klaren Positionierung steigern sie so die Attraktivität für Mitarbeiter, erhöhen ihre Sichtbarkeit und sorgen letztlich für einen Wettbewerbsvorteil.“

Olivier Fuchs, Dozent an der Cologne Business School und Sachkundiger Einwohner im Finanzausschuss (auf Volt-Vorschlag), ergänzt: Ähnliche Ansätze wie das ‚Integrated Bottom Line‘-Berichtswesen sind international bereits weit verbreitet. Selbst die Vereinten Nationen haben mit ihren nachhaltigen Entwicklungszielen einen weit verbreiteten Rahmen entwickelt. Mit der Einführung solcher Ansätze für städtische Unternehmen folgt Köln einem internationalen Trend, und setzt als eine der ersten Kommunen, die dies durchgängig umsetzen wollen, neue Maßstäbe.“


[1] Beispielhafte Gemeinwohl-Matrix:. https://web.ecogood.org/de/unsere-arbeit/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/


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