Pressemitteilung

Über die Jahre ...

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Keine Kohle


Veröffentlicht am: 16. Dezember 2010

Meldung: Der Aufsichtsrat der RheinEnergie AG (RE) hat gegen die Stimmen der beiden grünen Aufsichtsratsmitglieder beschlossen, einen 49,62%igen Anteil (ca. 275 MWel) am Steinkohlekraftwerk Rostock von RWE und Vattenfall zu erwerben.

Der Aufsichtsrat der RheinEnergie AG (RE) hat gegen die Stimmen der beiden grünen Aufsichtsratsmitglieder beschlossen, einen 49,62%igen Anteil (ca. 275 MWel) am Steinkohlekraftwerk Rostock von RWE und Vattenfall zu erwerben. 50,38 % sind im Eigentum von EnBW. Der RE-Vorstand begründet den Kauf damit, dass die Eigenerzeugung der RheinEnergie zu niedrig sei. Mit dem Kohlkraftwerk könne dann 50% der verkauften Strommenge, statt bisher 33% selbst erzeugt werden. Gleichzeitig werde das Preisrisiko durch die bisherige einseitige Fokussierung auf Gas abgeschwächt. Zudem sei die Rendite höher als bei Investitionen in erneuerbare Energien.

Da die Anlage schon seit 1994 in Betrieb ist, ändert sich für die CO2-Bilanz nichts. Es ändern sich nur die Eigentumsverhältnisse für das jüngste und derzeit effizienteste deutsche Steinkohlekraftwerk. Trotzdem lehnen die GRÜNEN den Anteilserwerb ab. Durch diesen Kauf und die gleichzeitig geplante Investition in ein neues Gaskraftwerk (GuD Niehl) verfügt RE nicht mehr über genügend Finanzmittel, um über das bisherige Maß hinaus in erneuerbare Energien zu investieren. Auch ist der Einstieg in die Steinkohle wirtschaftlich risikoreich: Durch die hohen Abschreibungen in den ersten 15 Jahren wird RE nach den gerechneten Szenarien wahrscheinlich erst ab 2026 unter dem Strich Geld mit dem Kraftwerk verdienen. Ziel grüner Politik ist es aber, dass bis dahin die regenerative Stromerzeugung fossile Kraftwerke immer mehr überflüssig macht. Je erfolgreicher dieser Umstieg sein wird, desto weniger wird dann mit einem Kohlekraftwerk Geld zu verdienen sein. Während andere Stadtwerke sich durch entschiedene Priorisierung erneuerbarer Energien an die Spitze der ökologischen Umgestaltung der Energiewirtschaft setzen, verpasst RheinEnergie leider die Möglichkeit, hier in der ersten Liga mitzuspielen. 

Gerd Brust


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