Bericht aus dem Sozialausschuss vom 6.11.18

13.11.18 | Ratsfraktion, Themen, Soziales, Pressemitteilung

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

ich möchte euch wie gewohnt die wichtigsten Informationen aus der aktuellen Sitzung des Sozialausschusses am 06.11.2017 in kommentierter Form zukommen lassen.

1. Aus dem Bereich der Beschlüsse möchte ich den zum „Ausbau der SeniorenNetzwerke“ im Rahmen des Leitprojektes  „Weiterentwicklung des Seniorenpakets vor dem Hintergrund des demographischen Wandels“  hervorheben.

Die SeniorenNetzwerke (SNW) wurden bereits 2002 initiiert und sind ein wesentlicher Bestandteil der selbstbestimmten, partizipatorischen Senioren- und Altenarbeit. Inzwischen sind 45 Netzwerke entstanden, die von über 5.000 Senior*innen genutzt werden. Dass man nun aufgrund der Erfahrungen in der Netzwerkarbeit sowie veränderter gesellschaftlicher Herausforderungen in diesem Bereich eine qualitative und quantitative Weiterentwicklung angeht, begrüßen wir. 

Geplant sind der Ausbau der SNW (eins in jedem der 86 Stadtteile), die Einrichtung bezirksbezogener Servicestellen (9 x 0,5 Stellen statt bislang 2 x 0,5), Sachmittel-erhöhung pro SNW v. 1.000,- auf 1.500,- €, die Fortschreibung und Weiterentwicklung des Konzeptes SNW sowie Weiterentwicklung der Kooperationen und Schnittstellen in den Bezirken und - besonders wichtig - die stärkere Einbindung von nicht so repräsentierten  Bevölkerungsgruppen (wie z. B. Migrant*innen oder LSBT). Eine kultursensible Ausrichtung der SNW muss eine der Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und der inklusiven Stadtgesellschaft im Sinne der Diversity-Ziele sein.

Schließlich ist eine Evaluation in Zusammenarbeit mit der Uni Köln vorgesehen.

2. In den Bereich Seniorenarbeit gehören auch die sog. „Präventiven Hausbesuche“, für die aufgrund unseres Dringlichkeitsantrags nun eine Evaluation  vorgelegt wurde. Einst aus den „Hauswirtschaftlichen Hilfen“ hervorgegangen liegt beiden Angeboten das Ziel „Ambulant vor stationär“ zugrunde, Menschen möglichst lange den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Nur: Ein wissenschaftlicher Nachweis zur Verzögerung des Eintritts von Pflegebedürftigkeit oder eine Verbesserung des Heimeintrittsrisikos durch präventive Hausbesuche (und die entsprechend avisierten Einsparungen) wurde bisher nicht erbracht!

Dennoch wird auch hier perspektivisch die Erweiterung der Personalkapazitäten auf 9 Berater*innen mit jeweils einer Vollzeitstelle je Stadtbezirk geplant, hierzu bleibt die Beschlussvorlage der Verwaltung abzuwarten.

3. Wie in vorherigen Sitzungen auch haben wir wieder Bauprojekte im öffentlich geförderten Wohnungsbau beschlossen, die nach dem Konzept der integrativen Belegung zu einem Drittel an Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein, zu einem Drittel an dringend Wohnungssuchende mit Zugangsbeschränkungen zum Wohnungsmarkt sowie zu einem Drittel an obdachlose Kölner Bürgerinnen und Bürger und geflüchtete Menschen mit Aufenthaltsstatus, die bisher in städtischen Einrichtungen lebten, vermittelt werden. 

Ich hebe dies hervor, da aktiv an der Schaffung von Wohnraum für die am stärksten benachteiligten Menschen in Köln gearbeitet wird. Seit 2016 steht die Forderung der Wohlfahrtsverbände im Raum, bei großen Bauprojekten 5% der geplanten Wohneinheiten für besonders benachteiligte Menschen vorzuhalten.

4. Apropos benachteiligte Menschen: Auch in diesem Jahr gibt es das umfangreiche Angebot der Winterhilfe  2018/2019 für wohnungslose Menschen in Köln. Damit ist die Stadt Köln stark aufgestellt, zumal die Einrichtung in der Vorgebirgsstraße neu hinzugekommen ist. Auch hierzu gibt es Informationen zum Umsetzungsstand der 2018 im Haushalt verankerten „Humanitären Hilfen für Menschen aus den Staaten der EU-Osterweiterung“

Alles Weitere kann der Tagesordnung der Ausschusssitzung entnommen werden.

Für weitere Fragen stehe ich euch auch gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Marion Heuser
(sozialpolitische Sprecherin)