DR. ULRICH KRINGS        Stadtkonservator a.D.

Köln, den 07.01.2013

Archäologische Zone /Jüdisches Museum

Zu den Beiträgen des KStA am 4. und 5./6. Januar 2013

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen: Nachdem das westliche Areal vor dem Kölnischen Rathaus seit 2006 geöffnet, und nachdem 2008 ein viel beachteter Wettbewerb zu seiner architektonischen Neugestaltung erfolgreich durchgeführt wurde, sollte das Projekt nun auch nach den Plänen des preisgekrönten Teams Wandel, Hoefer, Lorch und Hirsch zügig vollendet werden. Mit der Bereitschaft des LVR zur Übernahme des Museums-Betriebs ist eine solide wissenschaftlich-didaktische Perspektive vorhanden. Das Ganze wird eine weitere Attraktion der Kulturstadt Köln! Eine Resignation Kölns zu diesem Zeitpunkt birgt die Gefahr, dass das gesamte Rathaus-Quartier in die unselig-triste Nachkriegs-Struktur zurückfällt: Eine weitere Bauruine, die die beiden KVB-bedingten Brachen, ich erinnere an das Kutzgelände und das ehemalige „Rote Haus“ zwischen Altermarkt und Bürgerstraße, zu einem hässlichen Dauer-Dreiklang erweitert! Rat und Verwaltung, die in einem der schönsten Rathäuser Deutschlands ihren repräsentativen Mittelpunkt besitzen, wären gut beraten, für die genannten drei Baufelder in der unmittelbaren Nachbarschaft ein gemeinsames, kompetentes Projekt-Management zu berufen. Das Kutzgelände ist u.a. für die Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums/Fondation Corboud vorgesehen, das Rote Haus diente stets den Parteien und beherbergt jetzt de facto einen U-Bahn-Zugang. Die archäologische Zone samt ihrem architektonisch attraktiven „Überbau“ wird das Alles verbinden und dem Historischen Rathaus den angemessen Rahmen geben. Den „Nicht-Wählern“ sei ins Stammbuch geschrieben: Eine Streichung von Mitteln im Bereich „Kultur“ hat noch nie zu einer Aufstockung im Bereich „Soziales“ geführt. Am Ende gehört stets die Gesamtheit der „Civitas“ zu den Verlierern!

gez.

Dr. Ulrich Krings