23.10.26 –
Derzeit werden noch fast 80 Prozent der Gebäude in Köln mit Erdgas beheizt. Das muss sich in den nächsten Jahren schrittweise ändern, nicht nur aus Klima- und Kostengründen: Viele Gasheizungsanlagen erreichen auch das Ende ihrer Lebensdauer und müssen ersetzt werden. Die Frage, wie wir künftig klimafreundlich und bezahlbar heizen, betrifft deshalb viele Menschen unmittelbar.
Mit der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) hat die Stadt Köln inzwischen einen wichtigen Orientierungsrahmen geschaffen. Die KWP ist mehr als eine Bestandsaufnahme – sie ist der Fahrplan für das klimaneutrale Heizen von morgen. Für die Wärmeversorgung gibt es viele Optionen: Fernwärme, Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse, industrielle Abwärme. Doch welche Heizlösung passt im Einzelfall? Ist eine Wärmepumpe sinnvoll oder kommt Fernwärme infrage? Und was gilt für Mehrfamilienhäuser als effizient?
Antworten auf diese Fragen gab der gemeinsame Infoabend mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der Initiative Klimawende Köln und der Klima-Genossenschaft heuteStadtMorgen. In insgesamt fünf Fachvorträgen informierten die Expert*innen über aktuelle Entwicklungen. Sie standen anschließend für individuelle Fragen zur Verfügung.
William Wolfgramm, Dezernent für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln, stellte die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung vor. Sein Fazit: Künftig wird die Wärmeversorgung in Köln überwiegend dezentral bereitgestellt werden. Welche Technologie geeignet ist, hänge allerdings von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab.
Tim Petzoldt von der Klimawende Köln erläuterte die Auswirkungen der Kommunalen Wärmeplanung auf den Kölner Westen. Dabei machte er deutlich, dass grüner Wasserstoff und andere klimaneutrale Gase vor allem in der chemischen Industrie und Stahlerzeugung benötigt werden. Für viele Ein- und Zweifamilienhäuser sei dagegen eine Wärmepumpe die wirtschaftlichste und klimafreundlichste Option, so Petzold.
Petra Grebing von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen stellte die verschiedenen Wärmepumpensysteme vor. Ob Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser oder Luft-Luft: Die Wärmepumpensysteme unterscheiden sich hinsichtlich Anschaffungskosten, baulichen Voraussetzungen und Effizienz teilweise erheblich. Grebings Rat an die Teilnehmenden: frühzeitig informieren und professionelle Beratungsangebote nutzen.
Jörg vom Stein von heuteStadtMorgen widmete sich den besonderen Anforderungen bei größeren Wohngebäuden. Gerade in dicht bebauten Veedeln wie Lindenthal, Sülz oder Klettenberg stoßen einzelne Wärmepumpen häufig an Grenzen. Hier können quartiersbezogene Lösungen und Nahwärmesysteme, die beispielsweise Geothermie nutzen, eine wichtige Rolle spielen. So arbeitet die Genossenschaft derzeit an einem gemeinschaftlichen Wärmeversorgungskonzept für ein ganzes Quartier in Neuehrenfeld. In einer vom Land NRW geförderten Machbarkeitsstudie wird untersucht, ob ein Nahwärmenetz für rund 240 Häuser mit etwa 1.300 Wohnungen installiert werden kann. Organisiert wird das bislang einmalige Projekt von der Arbeitsgruppe Nahwärmenetz von heuteStadtmorgen. Wer Näheres dazu wissen will, kann sich per Mail an die Genossenschaft wenden: info@heutestadtmorgen.de
Eine zentrale Botschaft zog sich durch den gesamten Abend: Eine Universallösung gibt es nicht. Welche Heiztechnik die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab – wie dem Gebäudetyp, dem energetischen Zustand des Hauses und den örtlichen Rahmenbedingungen. Eine wichtige Anlaufstelle ist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie bietet umfangreiche Informationen, individuelle Beratungsgespräche und Checks zur Heizungseignung vor Ort an.
Weitergehende Informationen zur Wärmewende, Beratung und Fördermöglichkeiten finden sich zum Beispiel unter folgenden Links:
https://klimawende.koeln/koelner-waermeplan/
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