07.01.16 –
Das Bündnis Köln stellt sich quer blickt mit Entsetzen und Sorge auf die Geschehnisse in der Silvesternacht rund um den Kölner Bahnhof! Ebenso sind wir entsetzt über den Anschlag auf das Flüchtlingswohnheim in Köln Mülheim am 2. Januar 2016.
Das Bündnis verurteilt aufs schärfste die Übergriffe in der Silvesternacht. Die Oberbürgermeisterin, die Stadtverwaltung und die eingesetzten Polizeibehörden von Bund und Land müssen eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge in der Silvesternacht gewährleisten und in Fällen von nachgewiesenem Fehlverhalten auch personelle Konsequenzen treffen. Straftaten jeglicher Art müssen ermittelt werden und die überführten Täter einem rechtsstaatlichen Gerichtsverfahren unterworfen werden.
Unabhängig davon, wem die Täter um den Kölner Hauptbahnhof zuzurechnen sind, gilt es deutlich und unmissverständlich klarzumachen: Gewalt gegen Frauen ist immer ein Verbrechen!
Die Geschehnisse in der Silvesternacht sind Anschläge auf unsere Grundwerte, unseren gesellschaftlichen Konsens, unsere Freiheit und die Menschenwürde. Dazu gehört der insbesondere der Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt genauso wie der Schutz von Flüchtlingen.
Die Ereignisse der Silvesternacht dürfen nicht von Rechtsextremen, Pro NRW, AFD und Pegida, für ihre eigenen Zwecke genutzt werden, wie dies bereits jetzt in den sozialen Netzwerken in Form von pauschaler Hetze gegen Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge geschieht.
Angriffe auf Flüchtlingsheime, wie aktuell in Köln Mülheim sind unerträglich und dürfen sich nicht wiederholen. 850 festgestellte rassistisch motivierte Übergriffe auf Flüchtlingsheime sind 850 zu viel!
Die breit gefächerte Willkommenskultur verschiedener Initiativen in Köln zeigt das Engagement von Kölnerinnen und Kölnern für Flüchtlinge. Dieses Engagement wirkt auch weit über die eigentliche Aktivität hinein in unsere Gesellschaft und die Atmosphäre in der Stadt. Die Ereignisse der letzten Tage dürfen diese Kultur nicht zerstören.
Köln hat sich gegen 'Hogesa' und 'Kögida' quergestellt und deutliche Zeichen gesetzt, dass Rechtsextremisten und Rassisten in Köln keine Chance haben, ihr Gift in die Gesellschaft zu tragen, mit dem Ziel sie zu spalten. Dies gilt es immer wieder zu bekräftigen, indem wir zeigen, dass wir gemeinsam wachsam sind und immer aufstehen, wenn es gegen rechtsextreme Gewalt, Sexismus und Gewalt gegen Frauen, Ausgrenzung und Rassismus geht – Für Demokratie, Menschenwürde und Toleranz!
Wir unterstützen den Aufruf von "Köln gegen Rechts" zur Demonstration gegen die angekündigte Pegida Kundgebung am Samstag in Köln an und rufen alle Kölnerinnen und Kölner auf, friedlich für ein weltoffenes und buntes Köln zu demonstrieren.
Samstag, 9. Januar, 12 Uhr auf dem Breslauer Platz: „Pegida NRW stoppen! Nein zu rassistischer Hetze! Nein zu sexueller Gewalt!“
<link http: frauenberatungszentrum-koeln.de aktuelles _blank external-link-new-window external link in new>Parallel dazu ruft u. a. Das Frauenberatungszentrum zum Flashmob auf:
Was sich in der Silvesternacht in Köln an Angriffen auf Frauen abgespielt hat, ist nicht hinnehmbar und darf sich nicht wiederholen!
Sexualisierte Gewalt gegen Frauen wurde in der Silvesternacht besonders deutlich sichtbar, allerdings findet Gewalt gegen Frauen zu jeder Tages- und Nachtzeit statt, sowohl in öffentlichen als auch in privaten Räumen.
Sexualisierte Gewalt und Sexismus hat viele Gesichter. Die Gründe sind eine komplexe Verwebung zwischen individuellen Entscheidungen als auch zivilgesellschaftlichen Haltungen.
33% der Frauen (Europäische Agentur für Menschenrechte – Studie Gewalt gegen Frauen 2014) erleben in ihrem Leben mindestens einmal sexualisierte Gewalt.
Diese Vorfälle müssen genutzt werden um das Thema Gewalt gegen Frauen zu diskutieren und gemeinsame Lösungen auf verschiedenen Ebenen zu finden.
Schluss mit der Wegschaukultur. Und zwar konsequent. Wer auch immer die Täter der Silvesternacht waren, wir lassen uns nicht vom Straßenbild vertreiben und unterstützen den Flashmob mit dem Motto: Keine Gewalt gegen Frauen! Plakate und Krachmachzeug (Trillerpfeife) mitbringen und weitersagen!!
Montag, 11.01., 19 Uhr im Frauenberatungszentrum Köln, Friesenplatz 9
Es wird eine Rechtsanwältin zum Ablauf des Verfahrens bei Anzeigenerstattung informieren.
Und Sie haben die Möglichkeit, einen ersten Kontakt für Beratung bei uns aufzunehmen. Gerne können wir an diesem Abend einen Beratungstermin vereinbaren oder eine kurze Sofortberatung anbieten.
Wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen möchten, dann erreichen Sie uns telefonisch in den Öffnungszeiten Mo. und Mi. von 14-17 und Di., Do. und Fr. von 9-12 Uhr.
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