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Weidenpescher Pferderennbahn als Grünfläche dauerhaft gesichert

Ankauf ist ein großer Erfolg!

17.08.09 – von Manfred Richter - Jörg Frank

Liebe Anwohner/innen des Rennbahngeländes,


die Stadt Köln hat Ende 2008 das komplette Areal der Weidenpescher Pferderennbahn vom Kölner Rennverein erworben. Es ist der größte städtische Ankauf zur Sicherung einer Grünfläche nach dem 2. Weltkrieg. Dies geschah auf Basis eines Ratsbeschlusses, den GRÜNE und SPD initiiert haben.


Mit dem Ankauf ist der Bestand dieser 55 ha großen Grünfläche auf Dauer gesichert. Damit sind zugleich die Pläne des Kölner Rennvereins für eine Wohnbebauung entlang der Niehler Straße und der damit verbundene zerstörerische Eingriff in die „grüne Lunge“ des Stadtbezirks endgültig vom Tisch. Mit dem Grundstückserlös kann sich der Rennverein entschulden und in die Modernisierung der Anlage investieren. Die Gefahr der Insolvenz des Rennvereins ist somit ebenfalls vom Tisch. Im Falle der Insolvenz wäre das Gelände laut Vereinssatzung in das Eigentum des Landes NRW gefallen. Der Kölner Rat investierte für 550.000 qm - davon ca. 430.000 qm Grünfläche - 15 Millionen Euro. Dies ist angesichts einer angespannten Finanzlage besonders bemerkenswert. In keinem anderen Stadtbezirk haben Rat und Verwaltung so viel Geld für Grünflächen verausgabt.


Dieser Lösung gingen in den vergangenen Jahren Versuche des Rennvereins sowie von CDU und FDP voraus, einen Großteil des Geländes an der Niehler Straße für eine Bebauung zu verkaufen. Dies wurde durch den Einsatz der Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ und die Initiative von Grünen und SPD verhindert.


Der Ratsbeschluss beinhaltet auch die Option, eine Fläche von rund 4.000 qm an der Friedrich-Karl-Straße für Wohnungsbau nutzen zu können. Dadurch könnte ein Teil des Kaufpreises (ca. 2 Mio. Euro) refinanziert werden. Diese Option war ein Kriterium für die Ermittlung des Grundstückspreises. Diese Option hat bei einigen Anwohnern/innen Irritationen und Verärgerung ausgelöst. Die Baufläche, auf der derzeit Stallungen stehen, macht allerdings lediglich 0,72 % des gesamten Areals aus. Unter Berücksichtigung aller Aspekte wurde durch den Ratsbeschluss das bestmögliche Ergebnis erzielt. Ein großflächiger Eingriff in die grüne Lunge“ wurde abgewehrt. Angesichts der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist die sinnvolle Nutzung jeder Baulücke sozial und ökologisch richtig – auch um den Flächenfraß am Stadtrand einzudämmen. Daher erscheint die Kritik einer möglichen Bebauung an der Friedrich-Karl-Straße weder berechtigt noch verständlich.


Im Falle einer Bebauung werden wir – die GRÜNEN in der Bezirksvertretung Nippes und im Rat - im Interesse der Anwohner/innen, die in direkter Nachbarschaft (Drosselweg) wohnen, eine baulich sinnvolle und qualitativ hochwertige Planung und Umsetzung einleiten. Eine etwaige Bebauung dieses Areals muss ökologische Kriterien erfüllen sowie eine Grünverbindung beinhalten. Die jüngst kolportierten Äußerungen, dass eine Bebauung an der Friedrich-Karl-Straße ein Auftakt für eine schrittweise Bebauung von weiteren Flächen des Rennbahn-Geländes sei, entbehren jeder Grundlage. Das gilt auch für Behauptungen, dass keine Belüftung der Friedrich-Karl-Straße mehr erfolgte.


Fakt ist aber auch, dass der Kölner Rennverein inzwischen daran interessiert ist, dieses Teilgrundstück langfristig weiter selbst nutzen zu wollen. Daher wird der Rat in Kürze den Pachtvertrag erst einmal um ein weiteres Jahr bis Ende 2010 verlängern. In der neuen Wahlperiode wird dann über eine langfristige Nutzung durch den Rennverein endgültig entschieden.


So oder so besteht also kein Grund zur Besorgnis. Vielmehr besteht Anlass zur Freude, weil solch eine große Parklandschaft auf Dauer gerettet werden konnte. Allen, die mit ihrem Engagement daran mitwirkten, gilt unserer besonderer Dank und Anerkennung.


Köln, im August 2009

Jörg Frank

Fraktionsgeschäftsführer          stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Bündnis 90 / Die Grünen im Kölner Rat  

Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses        

<link mail ein fenster zum versenden der>Manfred Richter

Bündnis 90 / Die GRÜNEN in der  Bezirksvertretung Nippes



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Kreisverband