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Antiislamgipfel versucht Köln in Verruf zu bringen - Glaubensfreiheit gegen rechte Hetzer verteidigen

Volker Beck, MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer von Bündnis 90 / Die Grünen, erklärt: Der heute von Rechtspopulisten, Rassisten und Neonazis in Köln organisierte Anti-Islam-Gipfel versucht Köln um seinen Ruf als weltoffene Stadt zu bringen. Die Organisatoren dokumentieren nicht etwa Patriotismus und ihre Liebe zur Stadt, sondern das Gegenteil: Sie versuchen das Image der Stadt Köln als weltoffene, tolerante Metropole in den Dreck zu ziehen.

19.09.08 – von Volker Beck

19.09.2008

Das soll ihnen nicht gelingen. Damit die Anti-Köln-Aktivisten mit ihrem Versuch, die Stadt mit brauner Sauce zu besudeln scheitern, rufe ich alle Kölnerinnen und Kölner dazu auf, morgen für ein buntes, friedliches Köln und gegen Ausländerfeindlichkeit in unserer Stadt auf die Straße zu gehen und sich der Hetze gewaltfrei entgegenzustellen.
Wir Grüne treten für eine Integration des Islam im Rahmen unserer verfassungsrechtlichen Ordnung ein. Die Muslime haben das gleiche Recht Moscheen zu bauen, wie Christen die Errichtung von Kirchen und Juden der Bau von Synagogen zusteht.
Der Beschluss zum Bau der Moschee im Stadtteil Ehrenfeld ist nach einem langwierigen, demokratischen Diskussionsprozess zustande kommen. Und er ist richtig. Alle Seiten müssen jetzt ihren Teil dazu beitragen, dass die Moschee eines Tages zum Symbol für eine gelungene Integration der Muslime in Köln wird. Die Verteufelung des Islam ist hierzu sicher kein sinnvoller Beitrag.
Zur Integration des Islam gehört aber auch, dass die muslimischen Organisationen sich für den Respekt vor Andersgläubigen und die Achtung der Rechte von Frauen und Homosexuellen aktiv und sichtbar einsetzen. Die DITIB sollte gegenüber der Türkei dafür eintreten, dass Christen in der Türkei genauso leicht Kirchen bauen können, wie Muslime eine schöne und repräsentative Moschee errichten dürfen.

Die Kölner CDU hat mit ihrer Entscheidung im Stadtrat gegen die Moschee - bei der sie sogar ihren eigenen Oberbürgermeister im Regen stehen gelassen hat - fahrlässig den Rechtspopulisten in die Hände gespielt. Und deshalb ist es heuchlerisch, wenn die CDU zwar den Anti-Islamisierungsgipfel verurteilt, gleichzeitig aber mit ähnlichen Argumenten wie Pro Köln gegen den Bau der Moschee wettert.


-- +++ Ein Informationsdienst von volkerbeck.de +++ Büro Volker Beck, MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und Menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN +++ www.volkerbeck.de volker.beck@bundestag.de Bundestagsbüro Berlin Adresse: Volker Beck, MdB Platz der Republik 1 11011 Berlin Telefon: 030 / 227 - 71511-13 Telefax: 030 / 227 - 76880

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