Olympia in Köln?
Informieren. Abwägen. Mitentscheiden.

Alle Infos zur Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Leading City zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele

Die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region um Olympische und Paralympische Spiele wirft viele Fragen auf. Auf dieser Seite bündeln wir auf Grundlage unseres KMV-Beschlusses vom 26. Januar 2026 daher alle zentralen Informationen zur Bewerbung, die uns vorliegen und ordnen Chancen und Risiken ein, damit die Kölner*innen beim Ratbürger*innen-Entscheid eine fundierte Entscheidung für oder gegen die Spiele treffen können.

Darum geht's

Die Rhein-Ruhr-Region bewirbt sich beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) um eine Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele. Dabei geht es um eine mögliche Austragung der Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Beim DOSB bewerben sich außerdem noch die Städte Berlin, Hamburg und München. Am 26. September 2026 entscheidet der DOSB, welche der vier Bewerbungen ausgewählt wird, um in den internationalen Wettbewerb beim IOC zu gehen. Es geht also zunächst um die Auswahl im innerdeutschen Wettbewerb. 

Köln spielt dabei eine besondere Rolle: Im Dezember 2025 hat die Landesregierung bekannt gegeben, mit Köln als Leading City das bestehende Konzept anzupassen. Inzwischen hat sich auch der Name der Bewerbung entsprechend zu „KölnRheinRuhr“ entwickelt. 

Der Bürger*innen-Entscheid

Am 19. April entscheiden die Bürger*innen in allen 17 teilnehmenden Kommunen per Briefwahl, ob sich ihre Stadt an der gemeinsamen Bewerbung der Region um die Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligen soll. Dabei ist eine Ja/Nein-Antwort erforderlich. In Köln beträgt das Quorum (=Anzahl an Stimmen, damit die Abstimmung gültig ist) 10%, damit der Entscheid gültig ist. Das Ergebnis des Entscheids ist verbindlich und hat die Gültigkeit eines Ratsbeschlusses. 

Die Kosten des Bürger*innen-Entscheids betragen für Köln etwa 2,49 Millionen Euro, wobei das Land NRW 85% der Kosten übernimmt. Die Stadt Köln rechnet daher mit einer Haushaltsbelastung von 373.000 Euro. 

Alle Infos rund um den Ratsbürger*innen-Entscheid gibt es hier auf der Seite der Stadt Köln

Unsere Position zu Olympia?

KMV-Beschluss

Am 26.01.2026 haben wir in der Kreismitgliederversammlung einen Beschluss über unsere Position zu Olympia gefasst. Diesen findest du mit Klick auf den Button.

Mehr Infos
Köln als Leading City

In Köln sollen in insgesamt sieben bestehenden Sportstätten olympische und paralympische Wettbewerbe ausgetragen werden. Zusätzlich soll im Kölner Norden ein temporäres Leichtathletikstadion entstehen. Dieses soll nach den Spielen zum Teil rückgebaut und zum Teil im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Kreuzfeld zu Wohn- und Gewerbeeinheiten umfunktioniert werden. Außerdem soll das Messegelände als Medienzentrum fungieren. In Kreuzfeld ist neben dem Leichtathletikstadion außerdem das Olympische und Paralympische Dorf für mehr als 90 Prozent der Sportler*innen geplant. 

Chancen und Risiken einer Bewerbung und Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele

ÖPNV-Ausbau

Chancen

  • zügigere Umsetzung von Verkehrsprojekten im ÖPNV-Bereich, weil Förderzusagen von Bund und Land schneller kommen
  • größerer politischer Wille für ÖPNV-Projekte und somit höhere Chance auf eine breitere Umsetzung von Verkehrsmaßnahmen im ÖPNV-Bereich

Risiken

  • Investitionen in den ÖPNV-Ausbau vorrangig entlang der Olympiaachsen, sodass andere Mobilitätsachsen in der Region unberücksichtigt bleiben
  • Zeitdruck, der mit einer Austragung der Spiele einhergeht, führt schnell zu suboptimal geplanten oder teuren Schnelllösungen
Klima und Umwelt

Chancen

  • keine Neubauten von Sportstätten

  • temporäre Errichtung des Leichtathletikstadions mit Nachnutzungskonzept (Teilrückbau und Eingliederung in Zentrum des Stadtteils Kreuzfeld mit Wohnungen und Gewerbe)

  • Anwendung der Nachhaltigkeitsstandards des IOC, welche durch unabhängige Gremien begleitet und evaluiert werden

Risiken

  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit geraten mit großem Zeit- und Finanzdruck immer wieder unter die Räder
  • fehlende Ausrichtung der Spiele an den Sustainable Development Goals der UN (SDGs, Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030)
  • Klimabilanz Olympischer und Paralympischer Spiele in der Regel schlecht (z.B. Anreise internationaler Delegationen, hoher Energieverbrauch für die Durchführung einer Sportgroßveranstaltung in dieser Dimension)
Beteiligung und Inklusion

Chancen

  • durch Planung von 22 der 23 paralympischen Disziplinen in den gleichen Sportstätten wie die olympischen Disziplinen entsteht ein klarer Fokus auf barrierefreie Infrastruktur in den Sportstätten

  • Paralympische Spiele bieten Anlass, Barrierefreiheit in ÖPNV, Gebäuden und öffentlichem Raum deutlich zu verbessern

Risiken

  • Barrierefreiheit nur für Eventflächen, wenn es kein ganzheitliches Konzept für die involvierten Kommunen gibt
  • Im Bereich der Beteiligung vor allem fraglich, für wen die Spiele zugänglich und bezahlbar sind (in Paris bspw. zum Teil enorme Ticketpreise)
Kosten

Chancen

  • Deckung des Durchführungsbudgets über die Einnahmen durch TV-Rechte, Werbung und IOC-Zuschüsse

  • Kommunen müssen „nur noch“ für Sicherheit und medizinische Versorgung aufkommen

Risiken

  • seit 1960 hat keine Ausrichterstadt das geplante Budget eingehalten
  • Budgetplanung bisher extrem intransparent, nicht mal die potenziellen Bewerbungskosten für KölnRheinRuhr beim IOC werden offiziell beziffert
  • falls die Bewerbung scheitert, wurde viel Geld von Steuerzahler*innen ausgegeben, ohne dass auch tatsächlich Spiele in Deutschland stattfinden
Wirtschaft

Chancen

  • möglicher Imageboost für die ausrichtende Stadt bzw. Region nach erfolgreicher Ausrichtung, was auch wirtschaftliche Effekte nach sich ziehen könnte.

  • potenzielle Mehreinnahmen für Hotellerie, Gastronomie und Kultur

Risiken

  • Forschungsergebnisse zeigen eher geringe wirtschaftliche Effekte, die auf wenige Sektoren begrenzt und selten nachhaltig sind 
Breitensport und Sichtbarkeit

Chancen

  • Sichtbarkeit für Randsportarten

  • potenzieller Mitgliederzuwachs in Breitensportvereinen nach den Spielen

Risiken

  • Studie aus der Schweiz: keinerlei Indizien für einen Zusammenhang zwischen Olympischen Spielen und Breitensportzuwachs
  • Sportstätten in denen olympische und paralympische Disziplinen stattfinden sollen, werden in der Regel eher nicht von kleinen Breitensportvereinen genutzt, Sanierung dieser bringt dem Breitensport somit erstmal nichts
  • je nach Höhe des Investitionsbedarfs in Olympiasportstätten bleiben kleinere Breitensporthallen und -anlagen weiterhin stark sanierungsbedürftig
IOC

Chancen

/

Risiken

  • intransparente Entscheidungen des IOC (bspw. bei Vergabe der Spiele)
  • in der Vergangenheit: Einschränkungen der Pressefreiheit in den Gastgebernationen
  • das IOC hat bei vergangenen Spielen oft noch einen großen Veränderungsspielraum für Konzepte der ausrichtenden Städte ausgenutzt und so bestehende Planungen nachträglich stark verändert
Spiele in Deutschland

Chancen

  • Chance, Olympische und Paralympische Spiele in ein demokratisches Land zu holen und zu zeigen, wie eine gute Durchführung aussehen kann

  • Chance für regionale Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den ausrichtenden Städten

  • Spiele in Köln sind eine einmalige Gelegenheit, die Stimmung, die solche Spiele mit sich bringen, live zu erleben

Risiken

  • KölnRheinRuhr mit starker internationaler Konkurrenz: Für 2036 bewerben sich unter anderem Doha, Indien und Istanbul, für 2040 vermutlich Budapest, Kapstadt und London
  • wie aussichtsreich eine deutsche Bewerbung ist, ist schwer zu sagen

FAQs

Welche Disziplinen werden in Köln ausgetragen und in welchen Sportstätten ist die Durchführung geplant?

Lanxess Arena:  

  • Olympische Wettkämpfe: Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen 

  • Paralympische Wettkämpfe: Sitzvolleyball, Rollstuhl-Basketball und Rollstuhl-Rugby 

Rheinenergie-Stadion: 

  • Olympische Wettkämpfe: Fußball, Rugby 

  • Paralympische Wettkämpfe: / 

Jahnwiese/Sportpark Müngersdorf und Poller Wiesen: 

  • Olympische Wettkämpfe: Bogenschießen 

  • Paralympische Wettkämpfe: Para-Bogenschießen 

Sportpark Müngersdorf: 

  • Olympische Wettkämpfe: Tennis 

  • Paralympische Wettkämpfe: Rollstuhltennis 

Albert-Richter-Velodrom: 

  • Olympische Wettkämpfe: Bahnrad 

  • Paralympische Wettkämpfe: Para-Bahnrad 

Strecke „Rund um Köln“: 

  • Olympische Wettkämpfe: Straßenradrennen 

  • Paralympische Wettkämpfe: Para-Straßenradrennen 

Fühlinger See: 

  • Olympische Wettkämpfe: Marathonschwimmen 

  • Paralympische Wettkämpfe: / 

Temporäres Olympiastadion: 

  • Olympische Wettkämpfe: Leichtathletik 

  • Paralympische Wettkämpfe: Para-Leichtathletik

Wie viel muss Köln bei einer Ausrichtung für die Spiele zahlen?

Genau kann das zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Hierzu bedarf es noch konkreterer Planungen und transparenter Kommunikation seitens der Landesregierung. Zu unterscheiden ist das Planungs- und das Durchführungsbudget. 

Für das Planungsbudget gibt es aktuell noch wenig verlässliche Auskünfte. Wie viel Geld beispielsweise in benötigte Infrastrukturmaßnahmen gesteckt werden soll, ist unklar. 

Für das Durchführungsbudget gibt es mehr Infos. Laut des Bewerbungskonzepts sollen die Kosten für die Durchführung der Spiele vollständig über Einnahmen aus TV-Rechten, Werbung und IOC-Zuschüssen gedeckt werden. Köln müsste öffentliche Gelder jedoch für Sicherheit und medizinische Versorgung nutzen. Dass diese Kosten unvorhersehbar sind, ist spätestens seit dem immensen Kostenanstieg für das Sicherheitskonzept der EM in Köln deutlich geworden.

Wer bewirbt sich neben Köln noch in der Rhein-Ruhr-Region?

Neben Köln sind 16 weitere Städte beteiligt: Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal.

Was ist ein Ratsbürger*innen-Entscheid?

Der Stadtrat kann beschließen, dass eine Angelegenheit, die normalerweise in der Entscheidungsbefugnis des Rates liegt, in Form eines Entscheids zurück an die Bürger*innen gegeben wird. Die Bürger*innen entscheiden dann über die entsprechende Angelegenheit. Das Ergebnis ist für den Rat bindend und gleichwertig zu einem regulären Ratsbeschluss zu betrachten.

Wer darf beim Ratsbürger*innen-Entscheid abstimmen?

Stimmberechtigt sind alle, die folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • deutsche Staatsangehörigkeit oder Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates.  

  • mindestens 16 Jahre alt 

  • mindestens seit dem 3. April 2026 mit dem Hauptwohnsitz in Köln gemeldet oder gewöhnlicher Aufenthalt in Köln und keine Wohnung außerhalb der Stadt 

  • nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen. 

In Köln sind damit über 800.000 Menschen beim Entscheid wahlberechtigt. 

Was passiert, wenn Köln im Entscheid mehrheitlich gegen Olympia stimmt?

Wenn sich eine Mehrheit der Menschen in den befragten Kommunen gegen die Bewerbung entscheidet, würde die Kommune nicht länger Teil der Bewerbung sein. Welche Auswirkung ein negativer Entscheid in Köln für das Gesamtkonzept hätte ist fraglich. Durch die Menge der Disziplinen sowie der Planungen zum Leichtathletikstadion und des Olympischen und Paralympischen Dorfs einerseits sowie der Zentralisierung Kölns als Leading City – besonders abgebildet im Namen „KölnRheinRuhr“ – hätte ein Ausscheiden Kölns vermutlich erhebliche Konsequenzen für den Erfolg des Gesamtkonzepts.

Welche Auswirkungen hat eine Austragung der Spiele für die Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld?

Diese Frage ist mit am schwierigsten zu beantworten. Aktuell gibt es wenig Informationen zum generellen Planungsstand sowie der geplanten Fertigstellung von Kreuzfeld. Klar ist, dass ein Olympisches Dorf und das Leichtathletikstadion erhebliche Auswirkungen auf Kreuzfeld als Ganzes hätten, vor allem abhängig davon, wann die Spiele ausgetragen werden würden. Sollte der Zuschlag beispielsweise erst für 2044 erfolgen, würde Kreuzfeld durch die notwendigen Umbauten des Dorfs und des Stadions auch erst in ein paar Jahren danach fertiggestellt werden können. Ebenfalls nicht absehbar ist, welche Kosten für die notwendigen Umplanungen anfallen würden.