Positionierung des Kreisverbands Köln zur Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für Olympische und Paralympische Spiele

  1. Der Kreisverband Köln begrüßt, dass über die Beteiligung Kölns an der Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im April ein Ratsbürger*innenentscheid stattfindet.

  2. Der Kreisverband Köln spricht sich für eine kritische, sachliche und konstruktive Begleitung der Debatte um den Ratsbürger*innenentscheid aus. Ziel ist es, dass die Bevölkerung so auf einer fundierten Basis eine Entscheidung treffen kann. Dabei werden folgende Kriterien für den Bewerbungsprozess betont:

  • Nachhaltigkeit und Klima 
    Die Bewerbung und Durchführung richtet sich an den Klimaschutzzielen/Klimaleitlinien der Stadt Köln sowie den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen aus. Temporäre Bauten werden so errichtet, dass sie im Anschluss entweder sinnvoll umgenutzt werden können oder nachhaltig wieder abgebaut werden können (z.B. mittels des Cradle-to-Cradle-Prinzips). Auf Neubauten von Sportstätten für den Olympiabetrieb wird abseits des temporären Leichtathletikstadions gänzlich verzichtet.

  • Demokratische Beteiligung und Transparenz
    Eine frühzeitige und umfassende Beteiligung der Stadtgesellschaft, insbesondere der Bürger*innen, zivilgesellschaftlicher Akteur*innen sowie Sport- und Umweltverbänden, die über den reinen Bürger*innenentscheid hinausgeht, ist sicherzustellen. Alle Entscheidungsprozesse, Planungsschritte und Kostenkalkulationen müssen öffentlich einsehbar sein.

  • Soziale und finanzielle Verantwortung
    Durch die Bewerbung und potenzielle Ausrichtung darf die Stadt Köln keine finanziellen Risiken eingehen. Daher fordern wir in den weiteren Bewerbungsschritten klare Zusagen des Bundes und des Landes zur Kostenübernahme und Risikoverteilung.

    Es bedarf darüber hinaus einer offenen Debatte über Standortalternativen für das (temporäre) Olympiastadion und das Olympische Dorf. Das QuartierKreuzfeld darf als Standort nur in Betracht kommen, wenn die Umsetzung zu keiner Verzögerung der ökologisch und verkehrlich ambitionierten Quartiersplanung führt. Der Rat der Stadt Köln sowie andere relevante Gremien (z.B. Bezirksvertretung Chorweiler) sind bei der Auswahl und der Entwicklung des Olympia-Standortes in Köln zu beteiligen, um die erforderliche Flexibilität, abhängig von den möglichen Austragsjahren sicherzustellen. Soziale, kulturelle und städtebauliche Projekte dürfen nicht zugunsten der Olympiabewerbung zurückgestellt oder verzögert werden.

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Beschlüsse | Bürger*innenbeteiligung | Demokratie und Faschismus | Kultur und Sport