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SPD/GRÜNE Änderungsantrag zum CDU-Antrag „Kulturwirtschaft Köln“

Von Ratsfraktion


Veröffentlicht am: 22. Januar 2007

Ratsfraktion: Änderungsantrag im Wirtschaftsausschuss
Beide Fraktionen sind der Auffassung, dass angesichts der Bedeutung der Medien- und Kulturwirtschaft für Köln eine Fortschreibung der Kulturwirtschaftsberichterstattung notwendig ist.

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln           
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat

22. Januar 2007

Gleichlautend:

An den
Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses
Herrn Herbert Gey

Herrn Oberbürgermeister
Fritz Schramma
Rathaus

Änderungsantrag gemäß § 13 der Geschäftsordnung des Rates
hier:  CDU-Antrag „Kulturwirtschaft Köln“, DS-Nr. A/0007/007


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Antragsteller bitten Sie, folgenden Änderungsantrag zum o. a. Antrag der CDU-Fraktion in die Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses am 22.01.2007 aufzunehmen:

Der Beschlusstext des o.a. Antrags soll wie folgt ersetzt werden:

Die Verwaltung wird beauftragt,

1. darauf hinzuwirken, dass neben dem Kulturdezernat, die Medienstabsstelle und federführend das Dezernat für Wirtschaft und Liegenschaften die Berichtserstellung begleiten und den zuständigen Ausschüssen berichten. Dafür sind im Dezernat für Wirtschaft und Liegenschaften die entsprechenden Ressourcen einzurichten.

2. den Bericht und seine handlungsorientierten Empfehlungen dem Wirtschaftsausschuss sowie dem Ausschuss Kunst und Kultur vorzustellen.

3. dass folgende Anforderungen und Fragestellungen bei der Erstellung des Berichts berücksichtigt werden:

  • Über den kulturwirtschaftlichen Branchenmix aus Film-, Rundfunk-, Musik- und Designwirtschaft, visueller und darstellender Kunst, Journalistenbüros, Kunstausstellungen, Einzelhandel mit Kulturgütern hinaus auch die Sektoren Architektur, Werbung und Games in die Untersuchung näher zu betrachten,  
  • Neben den Kennziffern wirtschaftlicher Entwicklung (Umsatz, Arbeitsplätze, Besucherzahlen von Kultureinrichtungen etc.) sowie indirekter Effekte des öffentlichen Kultursektors auch qualitative Aspekte der Wertschöpfungsketten zu betrachten,
  • darzustellen, welche Sektoren die kulturwirtschaftlichen Kernbranchen in der Kölner Region sind,  die Verflechtungen zwischen öffentlich geförderter und privater Kulturproduktion zu untersuchen, 
  • die Bedeutung der kommunikationstechnischen Infrastruktur in der Region für die „Kreativwirtschaft“ näher zu bewerten.
  • eine Bewertung des gegenwärtigen Image bzw. der Außenansicht auf die Medien- und Kulturstadt vorzunehmen.
  •  Handlungsansätze und –empfehlungen für Rat und Verwaltung zur zielgerichteten Förderung der Kreativwirtschaft. 


Begründung:

Im Juli 2000 erschien erstmals ein „Kulturwirtschaftsbericht Köln“, der mit Unterstützung externer Fachleute damals federführend vom damaligen Dezernat für Wirtschaft und Stadtentwicklung unter Beteiligung des Amtes für Statistik und Europaangelegenheiten und des Kulturamts erstellt wurde.

In diesem ersten Bericht lag der Schwerpunkt auf der Betrachtung der dynamischen Entwicklung der Medien- und Kulturwirtschaft in Köln und auf die nähere Untersuchung der Branchen und Märkte -  AV-Medien, Programmproduktion, Kinomarkt, Musikwirtschaft, Kunstmarkt, Designmarkt, Literatur, Darstellende Künste und Entertainment –, ihrer Bedeutung für Wirtschaft und Beschäftigung, Potenziale und zukünftige Trends.
Der Bericht hatte zum Ergebnis, dass in Köln kulturelle und künstlerische Produktion – bei allen Interdependencen zwischen privater und öffentlich geförderter Kultur - weitgehend über den Markt finanziert und reproduziert wird und die Medienwirtschaft sich in Köln zu einem wirtschaftlich höchst relevanten Sektor entwickelt hat, wodurch Köln zu einer der führenden Standorte in der Republik wurde.

Inzwischen hat sich seitens der Fachwelt der Begriff „Kulturwirtschaft“ zur „Creative Industries“ (Kreativwirtschaft) gewandelt. Dies beinhaltet eine erweiterte Betrachtung der kulturwirtschaftlichen Entwicklung und macht damit eine international vergleichbare Erfassung dieses Sektors möglich.
Die Antragsteller sind der Auffassung, dass angesichts der Bedeutung der Medien- und Kulturwirtschaft für Köln eine Fortschreibung der Kulturwirtschaftsberichterstattung notwendig ist. Es ist daher begrüßenswert, dass die Kulturstiftung der Rheinenergie AG die Erstellung eines zweiten Kulturwirtschaftsberichts fördert. Auftragnehmer sind mit Michael Söndermann und Bernd Fesel zwei ausgewiesene Experten. Söndermann, Inhaber des Büros für Kulturwirtschaftsforschung und Mitglied im Verwaltungsrat des UNESCO-Institutes für Statistik, Montreal, hat maßgeblich an zahlreichen kulturwirtschaftlichen Untersuchungen mitgewirkt. Am 8.1. haben sie beim Kulturdezernat eine Dokumentationsstelle Kulturwirtschaft Köln eröffnet, die als Anlaufstelle für alle Akteure dient, die die Recherche mit Fakten und Hinweisen unterstützen möchten.

Mit freundlichen Grüßen
 
Michael Zimmermann                        Jörg Frank
SPD-Fraktionsgeschäftsführer          GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer


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